Samstag, 30. März 2013

Reis-Zwiebeltopf mit Corned Beef

Der Imbiss hat längst geschlossen und ich sitze hochkonzentriert über der Buchhaltung. Morgen Abend werde ich nicht dazu kommen, denn wir haben mal wieder Zeitumstellung und mir wird eine Stunde an der wohlverdienten Nachtruhe gestohlen, die ich dringend benötige. Aber wie dem auch sie, ich widme mich also der Monatsabrechnung, als ich plötzlich ein recht lautes Geräusch vernehme und aufschrecke. Uuuupsi, mein Magen hat sich derart energisch zu Wort gemeldet, das es den Hund von Baskerville vor Neid erblassen ließe. 

"Tzäää, da habe ich doch mal wieder glatt vergessen, mich um mein eigenes leibliches Wohlergehen zu kümmern," denke ich und reibe meinen schmerzenden Nacken. Dabei überlege ich, was ich mir zu Essen machen könnte und gehe in die Küche, um die Vorräte zu checken. Ah, ok, Reis, Zwiebeln, Paprika, die Dose Corned Beef, die ich für plötzliche Koch-Geistesblitze immer im Schrank stehen habe ... und so beschließe ich, mir einfach einen Reis-Zwiebeltopf zu machen. Das geht schnell und ist genau das Richtige für diese vorgerückte Abendstunde. Also finde ich auf jeden Fall.

Gut, Reis ist natürlich nicht jedermanns Sache, aber ich mag ihn gerne und außerdem handelt es sich hierbei um mein Abendessen ... 

Ich stelle alle Zutaten, die ich benötige, auf den Tisch.

500 g Zwiebeln
2 Paprikaschoten
1/2 Tasse Reis
1 Tasse Wasser
1 Dose gehackte Tomaten

Salz, Pfeffer, Paprika edelsüß und gerebbelten Thymian

Diese Menge ist jetzt natürlich ein bisschen viel für eine Person alleine, aber wie ich meinen Clan kenne, lässt der nicht lange auf sich warten, wenn es was zu Futtern gibt. 

Zunächst einmal schäle ich die Zwiebeln, viertel sie und schneide sie in feine Streifen. Nach dem das geschehen und ich ausgiebigst geheult habe, stelle ich einen Topf auf und erhitze ihn. Nun schütte ich etwas Pflanzenöl in den Topf und schwitze die Zwiebeln darin an. Jetzt putze und wasche ich die Paprikaschoten und schneide auch sie in mittelfeine Streifen. Ich gebe die Paprikaschoten mit gerebbeltem Thymian zu den Zwiebeln und lasse auch dieses eine Weile dünsten. Dabei wende ich immer mal wieder alles. Nun kommt der Reis hinzu. Diesen lasse ich etwas glasig dünsten und fülle dann mit dem Wasser und den Tomaten auf. Ich würze alles mit Salz, Pfeffer und Paprika, lasse den werdenden Reis-Zwiebeltopf einmal aufkochen und reduziere die Hitze. Ich suche einen passenden Deckel und lege diesen auf den Topf. Danach stelle ich den Wecker auf 15 Minuten und räume schnell meinen Arbeitsplatz auf. Nach Ablauf der Zeit schäle ich das Corned Beef aus der Dose, schneide es in Würfel und gebe es zu dem Gemüse-Reis. Ich vermische alles miteinander und schalte den Herd ab. Nun lasse ich das Ganze noch ungefähr 5 Minuten ziehen und fülle mir dann einen Teller voll, mit dem ich mich gemütlich in meinen Sessel zurückziehe ... wenigstens so lange gemütlich, bis ich laute Schritte auf der Treppe vernehme ... 

"Oh, cool, was zu Essen", höre ich Benjamin aus der Küche. Danach knallen Schranktüren, rasselt die Schublade, es klappern Teller und Besteck und ich bekomme kurz darauf schmatzende Gesellschaft.

Freitag, 29. März 2013

Beanz 'n' Corned Beef

Ich lege gerade ein paar Bratwürste auf die Grillplatte, als die 'Erpel II', das Powerboot der Bad Braeckelner Wasserschutzpolizei an der Pier festmacht. Die Jungs haben Bereitschaft und nutzen die Gunst der Stunde, um in der Mittagspause lecker an meinem Imbiss zu speisen. 

Heute habe ich den Klassiker schlechthin auf die Karte gesetzt:

Beanz 'n' Corned Beef

und Manni und Holger ordern begeistert je eine große Portion und zwei Gläser Apfelschorle ... 

'Beanz 'n' Corned Beef' ist ein schnelles, einfaches Gericht, dass man mal eben so nebenbei zubereiten kann, wenn die Zeit knapp und der Hunger um so größer ist.

Dazu benötigt man zunächst einmal 20 Minuten Zeit und des Weiteren:

1 Zwiebel, würfeln
60 g Schinkenwürfel
1 Chilischote
1 Dose gehackte Tomaten
1 Glas weiße Bohnen
1 Dose Cornedbeef
Thymian, gerebbelt und getrocknet
Salz, Pfeffer,  Zucker

Zwiebeln und Schinken in einem beschichteten Topf mit etwas Pflanzenöl anschwitzen. Die Chilischote putzen, längs halbieren, entkernen und quer in feine Streifen schneiden. Zusammen mit dem gerebbelten Thymian in den Topf geben und kurz mitschwitzen. Mit den Tomaten auffüllen, mit Salz, Pfeffer und etwas Zucker abschmecken und ca. 15 Minuten mit aufgelegtem Deckel köcheln lassen.

Die Bohnen in ein Sieb schütten, mit kaltem Wasser abspülen und abtropfen lassen. Das Corned Beef in Stücke schneiden und mit den Bohnen in die Tomatensauce geben. Ungefähr 5 Minuten köcheln/ziehen lassen und final noch einmal abschmecken. 

Weil Corned Beef eine säuerliche Note vertragen kann und Chili gerne scharf gegessen wird, serviere ich dieses Gericht mit eingelegten Jalapeños. Wer es nicht mag, sagt mir einfach vorher Bescheid, dann lasse ich es weg.

Plötzlich wird die Stille unterbrochen. Mannis Funkgerät, das zwischen den beiden auf dem Tisch liegt, erwacht zum Leben ... 

krk ... Erpel Zwo für Erpel Leit kommen ... krk

Erpel Zwo hört ... krk

Erpel Zwo, brechen Sie derzeitigen Einsatz sofort ab und nehmen sie AK zum alten Containerhafen. Der Erpel drei ist vor Ort und braucht dringend Unterstützung. Erpel 11 und 12 sind ebenfalls unterwegs. Sonderrechte zugelassen ... krk

Zwo verstanden ... nehmen Fahrt auf ... krk

Seht zu Jungs, die brauchen euch. Legt die Hebel auf den Tisch. Erpel Leit Ende ... krk

"Machst du uns bitte was für nachher zum Mitnehmen fertig?" rufen sie mir noch zu, ehe sie im Laufschritt zu ihrem Boot sprinten, die Taue lösen und ihrem Einsatz entgegen jagen ... immer im Dienste gegen das Verbrechen in Bad Braeckeln an der Schlupe ...

"Klar, mach' ich ... und passt gut auf euch auf!" denke ich besorgt und stelle die umgekippten Stühle wieder hin.

Donnerstag, 28. März 2013

Cornedbeef-Kroketten-Bouletten

"Duuuuuu_huuuu, Uschi," sagt Biggy so nebenbei, während sie ihren ersten Kaffee des Tages bei mir schlürft, "ich hab' heute gar keine Zeit zum Mittag zu kommen. Weil ja morgen dieser Feiertag ist und ich hab' noch so viel liegen."

"Könntest du mir nicht für nachher irgendwas machen, was ich nur eben abholen muss? Vielleicht 'ne Frikadelle mit Kartoffelsalat. Au ja, da hätt' ich Bock drauf!" befindet sie und verabschiedet sich bis später. 

Nun gut, Frikadellen in der Corned Beef Woche ... das stellt mich natürlich vor eine Aufgabe. Aber auch die, da bin ich sicher, werde ich meistern. 

Zunächst einmal suche ich mir die Zutaten zusammen, von den ich meine, dass sie gut zu Frikko gehen würden. 

 Das wären:

1 Dose Corned Beef
1 Ei
1 EL Panierbrot, (wer den Fleischteig etwas fester haben möchte, nimmt 2 EL)
3 Gewürzgurken
3 - 4 Sardellenfilets
3 TL scharfer Senf
2 EL Röstzwiebeln
reichlich Pfeffer aus der Mühle

und zum Panieren

Mehl
1 Ei
Panierbrot

Ich entkleide das Corned Beef und gebe es in eine Schüssel. Dann schneide ich die Gurken in Würfel ... und hacke sie mit einem großen Messer noch einmal durch. Das Gleiche mit den Sardellenfilets, die wirklich ziemlich musig werden sollten. Beides mit dem Senf, den Röstzwiebeln, reichlich schwarzem Pfeffer aus der Mühle, dem Ei und den Semmelbröseln zum Corned Beef fügen und alles zu einem Teig verkneten.


Eine "Panierstraße" aufbauen - also je einen Teller mit Mehl, verquirltem Ei und Semmelbröseln nebeneinander und idealerweise in dieser Reihenfolge hinstellen. Ich arbeite zur Pfanne hin, also der Teller, der der Pfanne am nächsten steht, ist der mit dem Panierbrot. Eine Pfanne mit reichlich Butterschmalz aufstellen und moderat erhitzen. Frikadellen abdrehen, panieren und ca. 20 Minuten bei mäßiger Hitze braten. Nach der Hälfte der Bratzeit wenden ...


Wer es etwas low-carbiger mag, kann die "Frikadellen"-Masse auch unpaniert braten. Dazu muss man sie vor dem Braten allerdings leicht mehlieren, d. h. in Mehl wenden und das überschüssige Mehl wieder abklopfen. Ansonsten verfährt man genauso, wie mit den panierten Gesellen.


"Was 'ne Idee," schmatzt Biggy verblüfft vor sich hin, als sie die erste Frikadelle direkt aus der Hand verspeist ... und was es mit dem Kartoffelsalat auf sich hat, dass erzähle ich dann in der nächste Woche. Denn auch der ist ... natürlich ... mit Corned Beef.

Mittwoch, 27. März 2013

Corned Beef mit grünen Bohnen untereinander

"Duuuuuu_huuuuu, Uschi, nur weißt du, als ich ein Kind war, näää, da wohnte die alte Frau Hoffmann mit ihrer Mutter bei uns auf der Straße. Und manchmal bin ich nach der Schule zum Essen da hin. Boah, das war immer so lecker. Und mein Lieblings war so Corned Beef mit Bohnen und Sauce und Kartoffeln unter'nander", schwelgt Biggy in ihrer kulinarischen Vergangenheit. "Das würd' ich so gerne noch mal essen."

"Nur schade, dass ich sie nicht mehr fragen kann, wie das ging" schiebt sie sichtlich betrübt hinterher.

"Wir kriegen das schon hin, du Süße", antworte ich und mein Hirn arbeitet mal wieder auf Hochtouren. Corned Beef ist klar und "untereinander", wie es so schön heißt, eigentlich auch ... und so mache ich mich an die Arbeit, Biggy ihr Kindheitsgericht zu kochen.

Dazu benötige ich

50 g Schinkenwürfel
1 Zwiebel
1 EL Butter
2 EL Mehl
500 ml Brühe

1 Dose (455 g Abtropfgewicht) Grüne Brechbohnen
1 Dose (340 g) Corned Beef

3 große Kartoffeln

Die Kartoffeln schälen und in Salzwasser gar kochen, abgießen und bei Seite stellen.

Während die Kartoffeln kochen, einen (beschichteten) Topf aufstellen, einen Esslöffel Butter hinein geben und vorsichtig erhitzen. Die Zwiebel schälen, vierteln und in mittelfeine Scheiben schneiden. Zwiebeln und Schinkenwürfel zu der Butter geben und bei mittlerer Hitze unter Rühren anschwitzen. Hierbei bitte unbedingt aufpassen, dass nichts Farbe annimmt. Nun mit zwei Esslöffeln Mehl abstäuben und auch dieses unter Rühren leicht  braten. Und wieder gilt, keine Farben nehmen lassen. Einfach nur mit den Schinken-Zwiebeln vermengen und ein bisschen brutzeln lassen. 500 ml KALTE Brühe angießen und mit einem Schneebesen kräftig schlagen. Eigentlich dürften hier keine Klümpchen entsehen, weil die angegossene Flüssigkeit kalt war. Diese Sauce ca. 20 Minuten köcheln lassen - die Zeit braucht es, damit der Mehlgeschmack verschwindet - und dabei öfter umrühren. Mit schwarzem Pfeffer aus der Mühle würzen, eventuell noch mit einer Prise Salz. 

Die Bohnen abtropfen lassen, das Corned Beef und die Salzkartoffeln in Stücke schneiden. Alles mit der Sauce vermengen, einmal aufkochen lassen und den Herd abschalten. Nun das Ganze mit aufgelegtem Deckel noch ca. fünf Minuten mit der Resthitze ziehen lassen.

"Du meine Güte", seufzt Biggy, als sie sich den ersten Löffel in den Mund geschoben hat, "wie bei der alten Frau Hoffmann, bei uns auf der Straße früher. Aber 'n bisschen sieht's schon aus, wie Kinderkotze, näää!?" ... 

Dienstag, 26. März 2013

Corned-Beef Tartelettes

Weil die Stauer - das sind die Jungs, die die Schiffe be- und entladen - gerne mal einen kleinen Snack zwischendurch und gerne auf der Hand haben, ist das nächste Corned-Beef-Gericht, dass ich auf die Tageskarte setze ein Tartelette.

Fr 6 Tartelettes benötigt man, außer 6 Tartelette-Förmchen

275 g Sauerkraut (1 kleine Dose)
340 g Corned Beef (1 Dose)
1/2 handvoll Röstzwiebeln
100 ml Sahne
1 Ei
6 Blätterteig-Quadrate

etwas Fett für die Form, idealerweise Backtrennspray

Zunächst werden die Blätterteig-Quadrate aufgetaut, die Backförmchen gleichmäßig dünn gefettet und der Backofen auf 200°C vorgeheizt. 

Das Sauerkraut abschütten und in einen Topf geben. Das Corned Beef entkleiden und in groben Stücken zu dem Sauerkraut hinzufügen. Zusammen köcheln lassen und dabei immer mal wieder umrühren. Das Corned Beef zerfällt nach einer Weile und verbindet sich mit dem Sauerkraut. Ein paar fertige Röstzwiebeln mit hineingeben und mit Salz und Pfeffer würzen. 

Die aufgetauten Blätterteig-Quadrate in die vorbereiteten Tartelette-Förmchen legen und ganz leicht hinein drücken. Also einfach nur mit den Fingerkuppen sanft nach unten bringen. Der Teig soll nicht in den Förmchen kleben, sondern nur eben aufliegen. Das Corned-Beef-Sauerkrautgemisch gleichmäßig darauf verteilen und glattstreichen. Das Ei und die Sahne in ein Gefäß geben, verquirlen und je 3 - 4 Löffel davon auf der Tartelette-Füllung verteilen. 

Die Förmchen auf ein Backblech stellen und im vorgeheizten Backofen auf mittlerer Schiene ca. 20 -  25 Minuten backen ...

"Heeeeeee,", ruft Biggy von Weitem und kommt auf dem alten Kopfsteinpflaster so schnell gelaufen, wie es ihre brandneuen High-Heels erlauben, "lasst mir was übrig!"

"Ok, aber bis du da bist, sind sie kalt," grinst ihr einer der Stauer fröhlich ins Gesicht und zieht mampfend seiner Wege ... Allerdings nicht ohne sich noch einmal umzudrehen, um Biggy einen bewundernden Blick hinterherzuwerfen.

Montag, 25. März 2013

Corned-Beef-Rosenkohlauflauf mit Kartoffelkruste


Okaaaay, denke ich verzweifelt, Corned Beef. Wo krieg' ich das denn her? Und kann man das überhaupt essen? Also wenn man keine Katze ist? Und überhaupt, was soll man damit denn machen? Außer auf's Brot legen ... wenn man abnehmen will. Fragen über Fragen, die mich den ganzen Tag nicht mehr los lassen.

Aber gut, was sollte ich machen? Ich musste der Bitte nachgehen, wollte ich doch nah an meinen Kunden bleiben ... und nebenbei meinen guten Ruf wahren. 

"Frau Currywurst hat nicht's drauf ... blablabla ..."

Nein, auf keinen Fall! Und so machte ich mir einige Gedanken, durchforstete das Internet, blätterte in zig Kochbüchern um am Ende des tages wenigstens Ansätze von Ideen - davon aber reichlich -  zu haben und nun einfach mal die 

"Corned-Beef-Woche" 

am Imbiss ausrufe.

So, ich weiß, dass unsere bezaubernde Svenja Rosenkohl gerne mag und Käse sowieso. Kartoffeln sind auch in Ordnung, hat sie gesagt ... ergo: ich mache Rosenkohlauflauf mit einer Kartoffelkruste. 

Hierfür benötigt man, für 2 - 3 Portionen

500 g Rosenkohl, TK
1 Dose à 340 g Corned Beef
200 ml Sahne
200 g Sahneschmelzkäse
2 Kartoffeln
Salz, Pfeffer

und etwas Pflanzenöl

Eine Topf mit Wasser auf den Herd stellen und dieses zum Kochen bringen. Salz zufügen und den TK-Rosenkohl hineingeben. Aufkochen lassen und in 4 - 5 Minuten sehr bissfest garen. In einem Sieb abschütten und mit kaltem Wasser abschrecken, damit der Garprozess unterbrochen wird. 

In der Zwischenzeit die Kartoffeln schälen und grob raspeln. Eine Pfanne aufstellen, etwas Pflanzenöl hineingeben und heiß werden lassen. Die Kartoffeln zufügen und eine Weile braten. Dabei sollten sie halb- bis dreiviertelgar, aber nicht zu braun werden.

Die Sahne mit dem Schmelzkäse in einen kleinen Topf geben und aufkochen. Mit etwas Salz und Pfeffer leicht würzen und ein paar Minuten köcheln lassen. Dabei gelegentlich mit einem Schneebesen umrühren und darauf achten, dass die Sauce nicht überkocht. Der Käse soll mit der Sahne eine homogene Masse bilden. 

Eine Auflaufform bereit stellen, den Rosenkohl hineingeben, das Corned Beef aus der Dose befreien und in mundgerechten Stücken auf dem Gemüse verteilen. Die Sauce darüber gießen und alles mit den Kartoffeln abdecken. Die Form in den auf 220°C vorgeheizten Backofen in mittlere Höhe stellen und 25 Minuten backen. Sollte die Kartoffelkruste zu dunkel werden, die Hitze reduzieren.

Et voilà, bon appetit ... "Meine Güte, ist das lecker", befinde ich, als ich von dem Auflauf probiert habe ... und als ich den Blick hebe, sehe ich Horden von Hafenarbeitern auf den Imbiss zukommen ... angelockt, von dem köstlichen Duft, wie ich später erfahre. 


Etwas später erscheint auch Svenja mit Pieps und ordert eine große Portion mit zwei Gabeln. Als die beiden mit dem Essen fertig sind, räumt die kleine, bezaubernde Pieps ganz vorbildlich ihren Platz auf, bringt mir das Geschirr und schiebt ihre Butterbrotdose über den Tresen ...


"Wie wohlerzogen diese kleine Maus doch ist", denke ich und fülle die Dose, nachdem ich die Reste ihres Butterbrotes entfernt habe, mit dem Gewünschten. Ich ahnte ja nichts von der Rosenkohl-Affäre ...

Donnerstag, 21. März 2013

Folienkartoffeln mit Lachscrème

 Ich bin gerade dabei, die Sonnenschirme vor meinem Imbiss aufzuspannen ... STOPP ... SCHNITT ... SCHNIIIIIIIITT ...

Ich bin gerade dabei, die Heizpilze vor meinem Imbiss zurecht zu rücken, als ich von weitem Tom, die studentische Hafenhilfskraft, lässig angeschlendert kommen sehe. "Au weia", denke ich, "das riecht nach Sonderwünschen ..."

"Duuuuuuu_huuuuu Uschi" sagt er, 

"meine Eltern kommen zu mir zum Essen und ich will denen mal so richtig zeigen, was ich alles drauf habe." 

"Aha."

"Naja, aber du weißt doch, dass ich überhaupt nicht kochen kann."

"Jaaaaaaaaaa_haaaaaaa", antworte ich misstrauisch, wobei ich das "a" nicht nur in die Länge, sondern nach hinter raus auch in die Höhe ziehe und schaue ihn an.

"Naja", druckst er rum, 

"ich dachte so an Fischbrötchen ... Aber ich darf ja aus religiösen Gründen kein Brot essen ... "

"Okay, ich mach mal was", sage ich und steige in meine Voratskatakombe hinab. Ich schalte das Licht an und nehme:

2 große Kartoffeln

aus der entsprechenden Holzkiste und öffne danach den großen Kühlschrank. Ich greife nach

1 Gläschen à 125 g Seelachs-Schnitzel und 
1 Päckchen à 175 g Doppelrahm-Frischkäse.

Im vorbeigehen schnappe ich mir noch die Rolle mit der
 
Alufolie

und reiße zwei Stücke davon ab ...

Die ungeschälten Kartoffeln gut waschen, in je ein Stück Alufolie einpacken und in den auf 200°C vorgeheizten Backofen legen. Die Garzeit beträgt ungefähr eine Stunde.

Die Seelachs-Schnitzel in ein Sieb schütten und etwas abtropfen lassen und mit dem Frischkäse in ein hohes, schmales Gefäß geben. Mit einem Stabmixer pürieren. 

Die fertigen Kartoffeln aus dem Ofen nehmen - Vorsicht heiß! - und oben über kreuz aufschneiden. Die kurzen Enden (wegen der Hitze mittels eines Küchenhandtuches) über die lange Seite gegeneinander drücken, so dass sich die Kartoffel oben öffnet. Zwei bis drei gute Esslöffel von der Lachs(ersatz)crème darauf häufeln und servieren.

"Hier," begrüße ich Tom, als er zum Mittagstisch kommt und schiebe ihm seine Folienkartoffel rüber, 

"das schaffst du auch. Ist ganz einfach." 

"Cool," freut er sich. 

"Da wird meine Mutter aber staunen, wenn ich das auftische." 

fügt er schmatzend an. Nur wenn er wüsste, dass seine Mutter weiß, wie einfach das ist ... aber das verrate ich ihm an dieser Stelle natürlich nicht ...was ich ihm allerdings noch sage ist, dass es keinerlei Salzzugabe bedarf ...


Naja, und als die kleine Pieps im Sauseschritt angestürmt kommt, weiß ich, warum ich zwei Portionen vorbereitet habe ...

Mittwoch, 20. März 2013

Schonkost

Ich bin gerade dabei meinen Imbiss für das Tagesgeschäft vorzubereiten, als es an der Hintertür klopft. Frau Meier-Herne, die Chef-Disponentin von "Fracht-Shipping & More" steht davor und lächelt mich an.

"Guten Tag, Frau Currywurst," begrüßt sie mich und erklärt mir ihr Anliegen:

"Ich habe doch so viel mit Lebensmittelallerigen zu tun und nun habe ich mein Essen zu Hause stehen lassen. Könnten Sie mir vielleicht eine Schonkost für heute Mittag bereiten?" 

"Na klar," erwidere ich und denke, dass die blöde Gans ruhig öfter kommen könnte, um ... sagen wir mal ... das Geschäft zu beleben. 

Tja, was soll ich nun tun? Erklären, wie ich diesen, sagen wir mal wohlwollend "Pamps" gekocht habe? Das zudem auch noch salzarm ist? 

Ok, wen es interessiert liest hier weiter, wenn es nicht interessiert ... kann den Part ja überspringen.

Man benötigt für 2 Portionen:

2 Hähnchenbrüste
1/2 Tasse Rundkornreis
1 - 2 Karotten
1 - 2 Kartoffeln
Salz

Zunächst einmal den Backofen auf 200°C vorheizen. Einen Topf auf den Herd stellen,  den abgespülten Reis reinschütten und mit der anderthalbfachen Menge Wasser auffüllen. Anderthalb TL Salz zufügen, umrühren und einmal aufkochen lassen. Hitze abstellen, die Hähnchenbrüste auf den zukünftig garen Reis legen, den Topf verschließen und alles für eine gute halbe bis dreiviertel Stunde in den Backofen stellen. Ich bevorzuge eine dreiviertel Stunde.

Nun die Karotten waschen, schälen, der länge nach vierteln und in kleine Stücke schneiden. Die Kartoffeln ebenfalls waschen, schälen und in ungefähr genauso große Stücke schneiden, wie die Karotten. Einen Topf mit zweifingerhoch leicht gesalzenem Wasser aufstellen, aufkochen lassen und das Gemüse zufügen. Hitze reduzieren, den Deckel auflegen und gar kochen, bzw. dünsten. 

Wenn das "Ofengericht" fertig ist, dieses aus der Röhre holen, die Hähnchenbrust entnehmen und in mundgerechte Stücke schneiden. Reis, Gemüse und das Fleisch zusammen in eine Schüssel, Topf what ever geben und alles miteinander vermengen. Fertig. 

Ok, man könnte natürlich Kartoffeln und Karotten direkt mit dem Reis im Topf garen, aber ich habe es so gemacht und deshalb werde ich auch nur das beschreiben.

"Lecker?" frage ich Frau Meier-Herne mit leicht zweifelndem Unterton.

"Sagen wir mal essbar. Aber man wird ja dankbar für alles, was man noch zu sich nehmen kann." erwidert sie mit langen Zähnen, während sie mit etwas Salz nachwürzt ... 

Dienstag, 19. März 2013

Leftover - Galette de blé noir avec ... Gehacktessauce

"Na du Süße", begrüße ich Biggy freundlich, als sie an den Imbiss kommt, "wieder was mit Pasta?" Aber nach einem schnellen Blick in ihre Augen weiß ich, dass genau das das falsche Thema ist. Autsch! Hat wohl nicht geklappt mit Doro. 

"Duuuuu_huuuu, Uschi, nur kannst du mir ein' Pfannkuchen machen? So wie gestern nur mit was anderem?" fragt sie und fügt tapfer hinzu "weil ist ja sonst einseitige Ernährung."

Na klar, kann ich. Ich habe noch ein paar von den Buchweizenpfannkuchen übrig und etwas Gehacktessauce mit Zimt, die ich gestern noch einmal gekocht und auf die Karte gesetzt hatte, weil der Anklang so groß war. Das schöne an dieser Sauce ist, dass sie nach dem Erkalten eindickt und man sie dann prima - z. B. als Füllung - weiterverarbeiten kann. 

Schnell lege ich eine Galette auf meine Arbeitsfläche, häufe reichlich von der kalten Sauce in die Mitte und wickle sie auf. Nun lege ich die Rolle in eine feuerfeste Lasagne-Schale, verteile noch ein bisschen von der Sauce darüber und bestreue es reichlich geriebenen Gouda. Dann schiebe ich die Form in meinen Pizza-Ofen und harre der Dinge, die da kommen. Zu Hause würde ich es in den auf 190°C vorgeheizten Backofen stellen und gute 20 - 25 Minuten backen. Solange, bis die Sauce heiß und der Käse in's goldgelbe Stadium übergegangen ist. 

"Lecker", schmatzt Biggy mit vollem Mund und ihre Welt ist wieder in Ordnung ... wenigstens vorübergehend.

Montag, 18. März 2013

Galette de blé noir complète

"Duuuuuuuu_huuuuuu Ursula", nuschelt Biggy verlegen

"ich hab' ganz vergessen dir zu sagen, dass eine Delegation aus der Bretagne zu Besuch kommt. Und der Chef möchte denen was landestypisches anbieten."

"Landestypisch? Hmmm, wie wäre es mit Labskaus?", 

frage ich und gehe im Geiste schon einmal die Zutatenliste durch.

"Äääääh, ich glaub', er meinte was landestypisches von DENEN", 

erwidert sie und fährt noch nuschliger fort: 

"Duuuuuu_huuuuuu Uschi, die kommen wohl ... ääääh ... gleich."

Oooh! Na da fällt mir auf die Schnelle nur Galette de blè noir complète ein ... und ich fange an, die

Zutaten (für 6 Stück), nämlich

125 g Buchweizenmehl (blé noir)
1 Ei
250 ml Wasser
20 g zerlassenen Butter
Salz

Butter zum Braten

6 Scheiben gekochten Schinken
100 g geriebenen Gruyère (ich hab' allerdings Gouda genommen und die Grammzahl ist geschätzt. )
6 Eier
Salz, Pfeffer

zusammenzusuchen.

Das Buchweizenmehl in eine Rühschüssel geben und in die Mitte eine Mulde graben. Das Ei in diese Mulde schlagen und mit einem Schneebesen langsam von innen nach außen verrühren. Nach und nach das Wasser zufügen und so lange rühren, bis ein glatter etwas zähfließender Teig entstanden ist. Die zerlassene Butter zugeben und verquirlen. 

Nun eine Crêpes-Pfanne aufstellen, eine herkömmliche beschichtete Pfanne tut es natürlich auch, aufstellen und heiß werden lassen. Etwas Butter hineingeben, diese schmelzen lassen und eine Ladung Teig drupp. Den Teig durch Schwenken der Pfanne gleichmäßig verteilen, die Temperatur reduzieren und den Teig so lange stocken lassen, bis die Oberseite nicht mehr flüßig ist, sozusagen. Wenden. Die fertigen Galette auf ein Küchentuch legen. Mit dem restlichen Teig ebenso verfahren und wenn nötig, noch etwas Butter in die Pfanne geben. 

Eine Galette in ein rundes Kochgeschirr geben, am besten in eine weitere Crêpes-Pfanne, eine Scheibe Schinken drauf legen, etwas Käse rings um den Schinken verteilen und in die Mitte ein Ei schlagen. Salzen und pfeffern und bei 200°C ca. 8 - 10 Minuten in den vorgeheizten Backofen schieben. 

Ok, normalerweise werden die Galettes de blé noir complète direkt in der Pfanne und AUF dem Ofen fertig gegart, wobei die nicht belegten "Flächen" umgeschlagen werden, so dass ein Carré entsteht. Aber das klappt bei mir leider nie. 

"Saulecker!", stöhnt Biggy und öffnet verstohlen den obersten Knopf ihres Rockes, 

"aber das nächste Mal bitte mit fünf Eiern." 

"Na hoffentlich hat sie dann was mit Gummizug an", denke ich und grinse in mich hinein ...


Freitag, 15. März 2013

Spaghetti alla puttanesca

Zu Ehren der Hafenarbeiterinnen, sozusagen, habe ich heute mal Spaghetti alla Puttanesca auf die Tageskarte gesetzt! Ich mein', bei so einem Schmuddelwetter immer nur im Hemdchen? In den zugigen Ecken? Da braucht frau auch mal was Wärmendes im Magen, etwas das der Seele schmeichelt! Und deshalb ... genau ... gibt es auch heute mal: Pasta! Außerdem habe ich ja immer noch Nudel-Woche im Imbiss. Biggy und ihrem geplanten "Cook-In Dating" sei Dank.

Die Sauce für die Spaghetti alla Puttanesca besteht aus Zwiebeln, Knoblauch und Sardellenfilets. Diese werden fein gewürfelt und in Olivenöl langsam angedünstet und zwar solange, bis die Sardellenfilets mehr oder weniger zerfallen. Dann kommen klein geschnittene steinlose schwarze Oliven hinzu und Tomaten. Enthäutet, gevierteilt, entkernt und gehackt ... also gewürfelt natürlich und eigentlich. Ich hatte wohl noch Tomatensauce mit gegrilltem Gemüse übrig und hab' statt dessen die genommen. Die Oliven kamen aber trotzdem dazu. Nur statt der Tomaten halt die fertige Sauce. Bevor sie umkommt! Ach ja, und natürlich Kapern! Hätte ich fast vergessen! Wo mein Kopf bloß steht? Das Ganze muss dann ein Weilchen schmurgeln.

In der Zwischenzeit werden die Spaghetti gekocht, wobei ich die etwas dünneren bevorzuge. Die mag ich lieber, weil sie etwas feiner im Geschmack sind. Und für meine Kundschaft eh nur das Beste ...

Wie dem auch sei, wenn die Nudeln gar, abgeschüttet und abgetropft sind, diese zu der Sauce gegeben und alles gut vermengen! Wer möchte kann auch Parmesan dazu haben. Ist selbstverständlich im Preis inbegriffen. 

"Lecker", freut sich Biggy, als sie ihre (große) Portion in sich rein schaufelt. "Genau das mache ich für Doro!" Wobei zu erwähnen ist, dass Biggy nicht das Fach gewechselt hat. 

Donnerstag, 14. März 2013

Pasta griechische Art nach Nigella Lawson

Eben kam Biggy ganz aufgeregt angestöckelt und rief dabei schon von Weitem: "Kennst du eigentlich Nigella Lawson?" und wedelte dabei hektisch mit einem Kochbuch, dass sie aus ihrer Riesentasche hervor gekramt hatte - 'Verführung zum Kochen'".

"Schau mal, Uschi", sagt sie, nachdem sie wieder einigermaßen Luft bekommt und deutet dabei auf das Rezept für Lammpasta auf grieschische Art, "das möchte ich heute gerne essen!"

Naja gut, genau dieses Rezept wollte ich eigentlich auch immer schon mal kochen, allein die Bequemlichkeit hat mich abgehalten. Ich mein', eben was frei Schnauze zuzubereiten, dass hat doch auch was! Aber mal gucken, was die Gute so kann! Also Nigella natürlich!

Wie dem auch sei, Biggy hat mir das Kochbuch da gelassen und ich legte los. Die meisten Zutaten waren schnell besorgt, die Restliche (Zutat) einfach durch Rinderhackfleisch ersetzt und somit war auch das kein Problem. Lammhackfleisch gibt es in Bad Braeckeln leider nicht!

Nigella Lawson schreibt übrigens ihre Rezepte nicht fein gegliedert, sondern sie sind, genau wie bei Jamie Oliver ... hüstel ... und mir, .... als Abhandlung verfasst und man muss sich immer die Stelle merken, an der man gerade dran ist. Also habe ich die wichtigsten Punkte auf einem Zettel notiert und diesen auf die Arbeitsplatte geklebt. Das Buch zur Sicherheit allerdings aufgeschlagen in der Nähe deponiert. Damit ich bei Unklarheiten nicht so weit laufen muss - was aber in einem Imbisswagen eh nicht so das Ding ist. Langstreckenläufer wird man da nicht.

 Die annähernden Zutaten in der benötigten Reihenfolge:

1 Zwiebel
4 Knoblauchzehen
Champignons
Oregano

Rinderhackfleisch
Rotwein
Milch
Tomatenmark
Dosentomaten
Salz, Pfeffer, Zucker

Feta

Zunächst einmal sollte eine große Zwiebel, vier Knoblauchzehen, Oregano und Champignons im Küchenmixer zerkleinert werden. Zum Glück konnte man das laut Rezept aber auch mit einem Messer erledigen, denn mein Blizthacker hatte irgendwann mal den Geist aufgegeben, als ich gefrorene Beeren metzeln wollte.  Die Pilzmasse nun in einer großen Pfanne anbraten und ein paar Minuten bei schwacher bis mittlerer Hitze weich dünsten. Danach zur Seite schieben und das Fleisch hinein geben. Etwas erstaunt bin ich allerdings, warum sie schreibt, dass die Pilze an die Seite befördern werden sollen, wo sie doch so oder so weiter braten. Sie sollen ja nicht aus der Pfanne heraus genommen werden. Das Hackfleisch so lange krümelig anbraten, bis man keine rohen Stellen mehr sieht und dann mit einem Viertelchen Rotwein angießen. Hier wollte ich eigentlich  und logischerweise griechischen Wein verwenden, aber es gab keinen und so musste mal wieder der gute alte Maitre Philippe aus dem Groschy Markt her halten. Alles kurz köcheln lassen, mit Milch gemischtes Tomatenmark und Dosentomaten zufügen. Das Ragout kräftig mit Salz und Pfeffer würzen, einen Esslöffel Zucker zugeben und mindestens eine halbe Stunde köcheln lassen. Je länger, desto besser schreibt Nigella! Je länger, desto besser, weiß Ursula Currywurst.

Einen großen Topf mit Salzwasser aufstellen, zum kochen bringen und die Spaghetti nach Packungsanleitung zubereiten. Die fertigen Nudeln mit der Hacksauce anrichten, in Würfel geschnittenen oder zerböckelten Feta-Käse darüber verteilen und servieren.

Warum das Tomatenmark allerdings mit Milch vermischt werden sollte, entzieht sich meiner Kenntnis. Das habe ich noch nie gehört und ich hatte kurz ein Milchlamm vor Augen. Nur, wenn ich Rinderhack nehme .... brauche ich dann auch Milch? Gut, ich hab's getan! Stand ja da!


 Mein Fazit: Lammpasta Rinderpasta auf griechische Art ist eine nette, aber unspektakuläre Nudelmahlzeit. Es schmeckt, wie Spaghetti mit Hackfleischsauce eben so schmeckt und die einzige griechische Note waren Feta und Oregano. Gut, ich habe Rinderhackfleisch an Stelle des Lammes verwendet, was den Geschmack  und den Charakter des Gerichtes natürlich verändert hat, aber ich glaube nicht, dass es deswegen besser oder schlechter war.

Das Rezept ist gut geschrieben und es gibt eigentlich keinen Punkt, an dem Unsicherheiten aufkommen könnten. Alles hat gut funktioniert, die Menge war ausreichend für 4 Personen und das Ergebnis nicht schlecht! Ok, kein Knaller, aber durchaus ganz lecker! Wer sich übrigens über die Farbe der Nudeln wundert, dass sind Vollkorn-Dinkelspaghetti. Ist mal was anderes!

"Igitt", sagt Biggy verächtlich, als sie sich eine Gabel voll in den Mund schiebt "Vollkorn! Das machst du aber nicht mehr, ok!?""Ok", antworte ich lächelnd und denke: "Das ist meine Biggy!"

Svenja, dein Frühstück steht!


Gebratener Leberkäse auf geröstetem Graubrot mit Spiegeleiern und Käse überbacken! Ok, ist jetzt ohne Speck, aber die Bestellung lautete: "Und Speck oder so ... ?"

Mittwoch, 13. März 2013

Jägerhackfleisch

"Duuuuuuu_huuuuu, Uschili", hebt Biggy an und ich ahne Fürchterliches,

"Ich hab' letztens so Gehacktessauce mit Champignons gegessen. Auch mit Spaghetti. Das war sooooo lecker!"

Alles klar, denke ich ergeben und verschwinde in meine Vorratskatakombe.

"Aber lass die Möhren weg, im Essen porkeln gehört sich nicht!",

ruft sie mir noch hinterher und stöckelt ihrer Arbeit in der Hafenkontorei entgegen.

In meinem Lager angekommen nehme ich meinen Korb und lege die benötigten

Zutaten

1 größere Zwiebel
5 Knoblauchzehen
keine Möhren
1 Dose gehackte Tomaten
2 Dosen Champignons, III Wahl
(1/8 l) Rotwein
(2 TL) Tomatenmark 

hinein.

Salz, Pfeffer, Paprika und Majoran

habe ich oben, denke ich und öffne den großen Kühlschrank um noch

1/2 Kilo Rinderhackfleisch, das ich heute Morgen frisch gekauft hatte und 
120 g geräucherten Speck

herauszuholen. Ich lege die Sachen zu den anderen Produkten in den Korb und eile wieder nach oben, denn das Tagesgeschäft ruht nicht. Ich mache schnell die aufgelaufenen Bestellungen fertig, schütte Pommes in die Fritteuse, jage Currywürste durch den Wursthäcksler, richte Beilagensalate an ... und als alle Gäste bedient sind und zufrieden vor sich hin mampfen, gehe ich an's Werk und koche das Jägerhackfleisch für Biggy. Naja, und für alle anderen, die möchten, natürlich auch.

Ich stelle einen beschichteten Topf auf den Herd und ziehe die Zwiebel und den Knoblauch ab, um sie dann, wie den Speck in Würfel zu schneiden. Ich gebe alles, ohne weitere Fettzugabe, in den Topf und schwitze es bei mittlerer Hitze an. Nun das Hackfleisch zufügen und krümelig anbraten. Tomatenmark einrühren und kurz mit rösten. Rotwein angießen, Tomaten und Champignons rein, mit Salz, Pfeffer, Paprika und getrocknetem Majoran würzen und einmal aufkochen lassen. Die Hitze reduzieren und eine gute Stunde mit geschlossenem Topfdeckel köcheln lassen.

"Was gibt's 'n dazu?", fragt die kleine Topfguckerin Pieps, nachdem sie den Deckel gelupft hat und ich antworte ihr, dass wir Nudelwoche hätten und es demzufolge Pasta dazu geben würde.

"Nur ich nehm' mit Ka'toff'lbereeeeeh!" kräht sie vergnügt, bindet sich ihr Lätzchen um und nimmt schon mal Platz ... "Abba pronto!"

Dienstag, 12. März 2013

Hackfleischsauce mit Zimt

"Ach Ursula," seufzt Biggy, während sie die letzten Stücke ihrer Currywurst atomisiert, "stell dir vor, nächste Woche habe ich ein Date mit Doro. Bei mir in der Wohnung zum Essen. Und Doro ...", erklärt sie mir mit verzücktem Blick, "steht total auf Pasta." Und dann lächelt sie mich kokett an und ich weiß, dass ich ein paar Rezepte für sie ausprobieren muss - vorher gibt sie keine Ruhe ... Also gut, läute ich halt mal die Nudelwoche im meinem Imbiss ein. Zumal ich ja gestern schon welche hatte. Dann passt das ja.

Gehacktessauce zu Nudeln, Chili con Carne, aber auch Frikadellen machen sich immer gut mit einer Prise Zimt und deshalb habe ich mal dieses Rezept hier ausprobiert. Dafür habe ich

2 Zwiebeln
5 Knoblauchzehen
250 g geräucherten Speck in Würfeln
1 kg Rinderhackfleisch
1 Dose gehackte Tomaten
500 ml Rotwein
2 EL Tomatenmark
1/2 TL Zimtpulver
Salz, Pfeffer aus der Mühle

zurecht gestellt. 

Als erstes sei aber erwähnt, dass die Sauce mit viel Rotwein gekocht wird. Deshalb sollte man eine Sorte nehmen, die einem schmeckt. Ich habe Maitre Phillippe von Groschy Markt genommen. Das ist ein harmonisch-fruchtiger französischer Rotwein, den ich gerne zum Kochen verwende. Und recht süffig ist er auch noch

Zunächst einmal stellt man einen beschichteten Topf auf den Herd und erhitzt in langsam. In der Zwischenzeit werden die Zwiebeln und der Knoblauch abgezogen und gewürfelt. Einen guten Schuss Olivenöl in den Topf geben und dann die Zwiebel und den Knoblauch unter gelegentlichem Rühren darin glasig anschwitzen. Nun die Speckwürfel zugeben und wenn diese mittelkross angebraten sind, das Hackfleisch zugügen und so lange krümelig braten, bis man keine rohen Stellen mehr sieht. Das Tomatenmark zufügen, verrühren und kurz mit braten. Nun die Tomaten und den Wein angießen, mit Salz, Pfeffer und dem Zimt würzen. Einmal aufkochen lassen und dann die Hitze reduzieren. Den Topf mit einem Deckel verschließen und das Ganze 2 - 3 Stunden sanft köcheln lassen.

"Moah", schmollt Biggy, 

"drei Stunden!? Und wann soll ich mich aufbrezeln?"

Ok, ok, es schmeckt auch nach einer Stunde gut. Aber drei sind natürlich besser.

Naja, und dann kam Tom, die studentische Hafenhilfskraft und zog einen Flunsch, als er die Tageskarte gelesen hatte.

"Was is' los, Tom?"

fragte ich leicht genervt - erst schmollt Biggy, dann nörgelt Tom, welch ein Tag - und er erklärte mir, dass er aus religiösen Gründen leider ein gespaltenes Verhältnis zu Nudeln hätte und ob ich nicht vielleicht auch Reis hätte. Na klar hab' ich Reis ... So viel zum Thema "Nudelwoche"!

Wie dem auch sei, Reis oder Nudeln auf einem Teller anrichten, geriebenen Gouda drüber geben und dann erst die heiße Hackfleischsauce, et voilà bon appetit ...

"Duuuuu_huuuuu, Ursula, kannst du mir die Sauce etwas dünner machen?" 

fragt mich Tom, "ich mag's was suppiger!"

"Klar, auch das", 

erwidere ich resigniert und verlängere sie mit etwas Tomatensaft.

Montag, 11. März 2013

Spaghetti in Tomatensaft

Vorzugsweise montags hat man ja jede Menge Reste vom Wochenende übrig, die auf ihre baldige Verzehrung hoffen. Und so ließ auch Biggy nicht lange auf sich warten. Sie kramte eine Weile in ihrer Riesenhandtasche und förderte eine Vorratsdose zu Tage, die sie mir erwartungsvoll hin hielt.

"Duuuuu_huuuuuu, Ursula, kannst du mir mal sagen, was ich mit den Spaghetti machen könnte?"

fragte sie und meinte eigentlich, was ICH mit den Spaghetti machen könnte. Und lecker sollte es natürlich auch noch sein. Na klasse! Ich öffnete die Dose und erblickte einen Haufen zusammengeklebter Nudeln und ein leichter bis mittelschwerer Seufzer entfuhr mir. 

"Bis später",

flötete Biggy und ließ mich mit der Pasta alleine. Un' nu'? 

Ok, gegen Mittag stellte ich einen Topf auf, kippte den Klumpen Spaghetti hinein und goss etwas Tomatensaft dazu. Hierfür nimmt man vorzugsweise welchen mit Geschmack. In meinem Lieblingsdiscounter gibt es einen, der heißt "Scharfe Tomate" und den verwendete ich. Und zwar so viel, dass die Nudeln gut nass sind sind, aber nicht schwimmen. Ein Pfützchen vielleicht ...

Die Spaghetti vorsichtig mit einer Gabel auseinander frickeln und unter vorsichtigem Wenden in dem Saft erhitzen. Mit geriebenem Parmesan anrichten, fertig! Aber mal wieder keine Minute zu früh, denn ich hörte schon Biggy den Kai entlang stöckeln ...

Sonntag, 10. März 2013

Wieder da: Die legendäre Tatort-Haxe

Traditionell gibt es bei Currywursts zu Hause jeden Sonntag - je nachdem, wie viele Familienmitglieder und diverse Perlen anwesend sind - eine bis mehrere Haxen zum Tatort. Naja, irgendwie ist das durchgesickert und die Rufe nach einem Tatort-Haxen-Event wurden so laut, dass ich diesen Ritus an den Imbiss verlagert hatte. 

Eine Fernsehleinwand war schnell installiert, Stühle und Tische aufgebaut und so versammelten sich Sonntag für Sonntag, Familie, Freunde, Hafenarbeiter, die Mannschaft aus der Hafenkontorei und allerlei zufällige Spaziergänger an meinem Imbiss in der Hafenanlage, um gemeinsam zu essen, zu trinken und den Tatort zu gucken. Bei trockenen, moderaten Wetterverhältnissen unter freiem Himmel, bei Regen unter einem Zelt. Naja, und nun fragte Biggy, ob ich das nicht wieder einführen könnte ... 

"Das war immer so schön, damals!"

sagt sie, und schwelgt in Erinnerungen ... 

Die Haxen werden anderthalb Stunden in recht salzigem Wasser gekocht. Danach aus dem Topf gehoben, die Kruste, sie bis dahin ja noch eine Schwarte ist mit einem spitzen Messer eingeschnitten und im Backofen bei 150°C ca. eine Stunde gebraten. Zwischendurch immer mal wieder mit Salzwasser - dem man etwas Malzbier zugeben kann, wenn man möchte - besprühen. Zum Schluss noch einmal richtig Hitze geben, damit die Schwarte zur Kruste wird. Dabei sollte man die Haxen allerdings unbedingt bewachen, damit sie nicht zu dunkel werden - also vorher zur Toilette gehen, falls nötig ... und Hände waschen nicht vergessen!

Also dann, bis heute Abend zwanzigfünfzehn. Diesmal in Hamburg ...

Samstag, 9. März 2013

Carta da musica

Auch am Imbiss wird gerne ein kleines Amuse Geuele genommen, während die emsige Frittenfachverkäuferin die Bestellungen fertig macht. Ok, normalerweise dauert das nicht so lange, ich bin ja gut organisiert, aber zu Weilen ...

Wie dem auch sei, heute gibt es vorweg eine "carta da musica", ein dünnes, sardisches  und zudem sauleckeres Fladenbrot. Wozu habe ich denn meinen neuen Stein-Ofen? Da geht nicht nur Pizza drin! Nein, nein, da geht noch mehr.

Die Zubereitung, dass erwähne ich allerdings lieber gleich, ist etwas für jemanden, der Vater und Mutter erschlagen hat, wie man so schön sagt. Sehr zeitintensiv ... die Zubereitung, dafür aber, im Gegensatz zur Vater-Mutter-Erschlagung, nicht strafbar, denn da gibt es Knast drauf.

Für eine Ladung dieser Brote, so wie ich sie mache, benötigt man

330 gr Mehl Type 550
170 gr Hartweizengries
1 Tütchen Trockenhefe
2 TL Salz
300 ml Wasser

Ich gebe wohl immer noch frisch gemahlenen Pfeffer dazu! Das gibt eine leicht schärfliche Note! Gehört aber eigentlich und absolut nicht in die carta da musica!

Aus den angegebenen Zutaten einen Hefeteig bereiten und diesen ungefähr eine dreiviertel Stunde lang gehen lassen! Danach den Teig noch einmal kurz kneten, so dass die Luft raus geht! Nun knipse ich kleine, etwa walnussgroße Stücke ab und rolle diese mit einem Nudelholz auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche hauchdünn aus.

Zwischenzeitlich den Backofen auf 200° vorheizen. Dabei das Backblech auf den Boden des Ofens schieben und mit aufheizen! Ok, für mich im Imbiss gilt das natürlich nicht, denn wie gesagt, mein Stein-Ofen ... Wenn der Ofen heiß ist, einige Fladen auf das Blech legen und ca 10 Minuten backen, dabei einmal wenden. Die fertigen Brote rausholen, auf eine Gitter legen und die nächste Ladung backen! Aber Vorsicht! Das Blech wird so scheißeheiß, das geht durch einen doppelten Topflappen durch!

Diese Brote halten sich in einer unverschlossenen Dose einige Minuten! In einer mit Sicherheitsschlössern verriegelten gut Verschlossenen sollen sie sich aber ziemlich lange halten! Sagt man! Ausprobiert habe ich das mangels Gelegenheit wohl noch nicht, denn irgendwie sind die immer schnell weg! Und mit gewürztem Olivenöl............. ein Träumchen!

Freitag, 8. März 2013

Fragen Sie Frau Currywurst: Mengenangaben


Im Blog schreibe ich die Rezepte für haushaltsübliche Mengen auf, um euch die Umrechnerei zu ersparen. Im Imbiss mache ich natürlich ein vielfaches davon. 

Das Rezept für die Bohnen ist allerdings nur für 2 - 3 Personen. 

Donnerstag, 7. März 2013

Leftover-Toast mit Spiegelei

Ich bin gerade dabei, den Imbiss für das Tagesgeschäft vorzubereiten, da klopft es schwach, aber vernehmlich an der Tür. Biggy steht schwankend davor, flattert wild mit den Augen und ehe sie das furiose Finale ihrer Paraderolle einläutet und theatralisch zu Boden sinkt, sage ich:

 "Is' gut, Biggy, ich mach dir ja was!"

Es sind noch ein paar Bohnen von gestern übrig und so schalte ich den Herd ein, stelle einen kleinen Topf voll auf das Kochfeld und stecke eine Scheibe Toast und den Toaster. Dann brate ich ein Spiegelei ...

Mittwoch, 6. März 2013

Schneller Bohnentopf mit Feta und Bacon

SHRIIIIIIIEK ... entfährt es mir, als ich das Horn des südamerikanischen Frachters höre. Den hatte ich ja ganz vergessen! Mistomatik, un' nu'?

"Die steh'n doch voll auf Bohnen", sagt Biggy aus der Hafenkontorei nicht ohne Hintergedanken, "genau, wie ich und  bitte schön scharf"

Na, wo sie recht hat, hat sie recht, aber fix muss es jetzt gehen und so verschwinde ich in den Katakomben meines Imbisswagens, dahin, wo die Vorräte lagern. Ich werfe

1 rote Zwiebel
5 Knoblauchzehen
1 rote Chilischote
1 Packung Bacon in Scheiben
1 Dose gehackte Tomaten
1 große Dose weiße Bohnen
100 g Feta
Tomatensaft
und Tomatenmark 

in ein Körbchen -

Olivenöl
1 gestrichenen TL Fenchelsamen (optional), 1 TL Oregano, Salz, Pfeffer(mühle) und Zucker 

habe ich oben - und mache mich fluxx an die Arbeit. 

5 Scheiben Bacon werden in nicht zu feine Steifen geschnitten, Zwiebel und Knoblauch geschält und gewürfelt. Die Chilischote - bzw. so viel davon, wie man meint - putzen, halbieren, entkernen, waschen und in feine Streifchen schneiden. Derweil einen Topf mit etwas Olivenöl aufstellen und erhitzen. Ja, ok, erst erhitzen und dann das Öl da rein. 

Den Bacon im Topf anbraten, Zwiebeln, Knoblauch, Chili, Fenchelsamen und Oregano zugeben und ein paar Minuten dünsten. Sorry, ich hab' nicht auf die Uhr geschaut. Nun die Bohnen abtrofpen lassen und unter kaltem Wasser abspülen - keine Ahnung warum, das habe ich mal so gelernt - die Tomaten und 1 TL Tomatenmark zu dem Speck-Zwiebel-etc.-Gemisch geben und die Bohnen zufügen. Etwas Tomatensaft, vielleicht ein halbes Glas, angießen und mit Salz, Pfeffer und etwas Zucker abschmecken und alles gut miteinander vermengen. Den Deckel auflegen und ca. 8 - 10 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen. 

Den restlichen Bacon in einer Pfanne kross braten. Feta würfeln und ca. 2/3 davon unter den Bohneneintopf heben, die Speckscheiben oben drauf anrichten und mit dem restlichen Käse bestreuen. 

"Lecker!" seufzt Biggy, nachdem sie ihre Probeportion in sich rein gemampft hat und schiebt den leeren Teller zu mir rüber, "gib mir schnell noch was, bevor die ganzen Seemänner kommen" ... Und als ich ihr die nächste Portion serviere, wird die Schlange an meinem Imbiss-Wagen immer länger ... und nicht nur die Südamerikaner stehen dort, sondern auch die Hafenarbeiter, Kranführer und Jachtbesitzer ...

Dienstag, 5. März 2013

Bolognese am Stück

Gerade kam Biggy von der Hafenkontorei und erzählte, wie gerne sie Spaghetti Bolognese - von mir auch gerne "Spaghetti B(ologne)SE" genannt - äße,

"Duuuuuuu_huuuuu Ursula, nur kennst du ein Rezept, wo man kein Hackfleisch für braucht? Das erinnert mich immer so an 'Angriff der Killer-Zombies'!"

"Ääääh, kein Fleisch? Bist du jetzt auf den vegetarischen Frachter aufgesprungen?", 
frage ich entsetzt.

"Nein, ich meinte nur, dass ich kein gehacktes Fleisch da rein tun will, sondern ein ganzes Stück Rindfleisch."

"Ach so", denke ich erleichtert und mache mich an's Werk. Ich hatte vor einiger Zeit mal im Fernsehen eine Sendung gesehen, in der Jamie Oliver mit seinem Freund und Mentor, dem Italiener  Gennaro Contaldo eben so eine Bolognese zubereitet hat und die wollte ich immer schon mal nachkochen. Und jetzt plötzlich, wie aus dem Nichts war die Gelegenheit da. Das musste ein Zeichen sein und ich legte sofort los. Ok, aus dem Gedächtnis: 

6 - 7 Möhren
1/2 Sellerie (im Originalrezept geht es mit Stangensellerie, glaube ich)
3 Zwiebeln
6 - 8 Knoblauchzehen
3 Dosen Tomaten
100 g Bacon in Scheiben
100 g luftgetrockneten Schinken
1,5 kg Rindfleisch, aus der Schulter oder Brustrust
1 1/2 Gläser trockenen Rotwein (ich habe einen Merlot genommen) 
Rosmarin, Salz, Pfeffer, Zucker und optional Tomatensaft

Ok, und dann von allem nur die Hälte. Denn das hier reicht für mindestens 10 Personen, schätze ich mal.

Jamie nimmt statt des Specks und des Schinkens übrigens Pancetta, aber wir befinden uns nicht in London, wo man rund um die Uhr nahezu alles bekommen kann, sondern in Bad Braeckeln an der Schlupe und Amazon hatte auch grad keinen vorrätig. 

Zwiebeln und Knoblauch schälen und grob würfeln. Den biologischen Anbau von 6 oder 7 Möhren  abwaschen, die Möhren dann köpfen, schälen und in grobe Würfel schneiden. Ich entscheide mich wohl für 6 Stück, weil ich nicht sooooo hochmotiviert beim Schälen bin. Den Sellerie entschalen und auch in grobe Würfel schneiden. Speck und Schinken quer in nicht zu breite Streifen schneiden und damit ist die Schnibbelarbeit auch schon erledigt.

Einen großen, beschichteten Topf aufstellen, der vorzugsweise einen Deckel hat. Ansonsten kann man den Topf nachher einfach mit einem Stück Alufolie verschließen. Nun werden Schinken und  Speck bei gemäßigter Hitze ohne weitere Fettzugabe ausgelassen und Zwiebeln und Knoblauch zugefügt. Mit Rosmarin bestreuen und eine Weile schmurgeln lassen. Das Gemüse zugeben und leicht anrösten. Alles etwas an den Rand schieben, so dass Platz für das Fleisch ist und dieses rundherum anbraten. Dabei nicht vergessen, das Gemüse immer mal wieder zu wenden, damit es nicht anbrennt. 

Wenn das Fleisch ordentlich gebräunt ist, mit der Hälfte es Rotweines ablöschen und diesen einreduzieren lassen, dann die zweite Hälfte zugießen und wieder einkochen lassen. Das Ganze nun mit den Tomaten auffüllen und mit so viel Wasser auffüllen, bis alles bedeckt ist. Mit Salz und Pfeffer würzen, einmal aufkochen lassen, die Hitze reduzieren und Deckel auflegen. Die Sauce soll nur eben köcheln, sonst wird das Fleisch zäh und außerdem braucht eine gute Bolognese eh Stunden, damit sich alle Aromen entfalten und miteinander verbinden können. Also dann, bis in drei Stunden ...

Drei Stunden später:

Das Fleisch aus dem Topf heben, mit zwei Gabeln zerrupfen und bei Seite stellen. Die Sauce mit dem Pürierstab kurz durchmixen - das verleiht der Sauce ein gewisse Bindung - und das Rupfe-Fleisch wieder zugeben. Alles gut durchmischen und eventuell, wenn die Sauce zu dick ist, mit der entsprechenden Menge Tomatensaft, Wasser oder Brühe auffüllen. C'est ça.

Jetzt noch ein paar Spaghetti kochen, Parmesan reiben und alles anrichten. Bon appétit!

BIGGGGGGGGGGGGY! Essen steht!

Montag, 4. März 2013

Thunfisch-Röllchen aus dem Backofen

Meine neueste Errungenschaft im Imbiss ist ein Pizza-Ofen mit Steinboden. Ein echt geiles Gerät und wollte ich schon immer haben. Ich mein', es geht doch nichts über eine frisch gebackene Steinofen-Pizza ... also nach Currywurst und Pommes. 

Wie dem auch sei, zur Einweihung des guten Stücks habe ich eine Ladung Pizza-Brötchen mit Thunfisch springen lassen.

Von köstlichen Duft angezogen stand auch Tom, die studentische Hafen-Aushilfskraft am Tresen. 

"Duuuuuu_huuuuu Ursula, ich darf aus religiösen und kulturellen Gründen keinen Pizzateig essen. Hast du nicht eine Alternative für mich?"

Na klar, hab' ich die ... und so habe ich schnell ein paar Thunfisch-Röllekes gezaubert, die auch er essen kann. 

Zunächst einmal werden - für 6 Röllchen - 12 Reisblätter von der Größe eines kleinen Tellers in kaltem Wasser eingeweicht und der Ofen ... zu Hause natürlich der Backofen, auf 200° C vorgeheizt.

Eine Dose Thunfisch im eigenen Saft abgießen und den Fisch mit einer Gabel in einer Schüssel zerkleinern. Einen gehäuften Eßlöffel Kräuterfrischkäse und gut 70 Gramm geriebenen Gouda zufügen und gut miteinander vermischen. Mit Salz, Pfeffer und Oregano kräftig abschmecken und einen klitzekleinen Schuss Olivenöl dran geben, denn wie schon mal erwähnt, Essen, das bei einer eventuellen Kleckerei keine Fettflecken auf der Bluse hinterlassen könnte, ist kein Essen. Jeweils zwei eingeweichte Reisblätter übereinander auf die Arbeitsfläche legen und ein Sechstel der Thunfisch-Masse auf das obere Drittel der Reisblätter geben. Zuerst die Seiten und den "Obere-Drittel-Überhang" einschlagen und das Reisblatt aufrollen. Mit den anderen 5 Portionen ebenso verfahren. Es ist darauf zu achten, dass die Reisblätter nicht einreißen, denn sonst quillt beim Backen die Füllung raus. Leider passiert das beim herausnehmen der Blätter aus dem Wasser ganz leicht, also vorsichtig arbeiten

Die Röllekes auf ein mit Backpapier ausgekleidetes Backblech legen und in der unteren Mitte des Backofens ca. 20 - 25 Minuten garen. 

"Tom!" rufe ich, als die Röllchen so weit sind, "dein Essen ist fertig. Und weil du heute so ein Glückspilz bist, habe ich dir auch gleich den passenden Teller rausgesucht."

Sonntag, 3. März 2013

Lauwarmer Spitzkohlsalat

Als engagierte Frittenfachverkäuferin mit eigenem Imbiss muss man stets auf der Suche nach neuen Rezepten sein. Man muss seinen Gästen immer etwas bieten und so sollten neben der Standardkarte auch wechselnde Gerichte zur Verfügung gehalten werden. Ist aber eh klar und Einmaleins der Handwerkskunst. Auf jeden Fall im Pommesbudengewerbe.

Für diesen sehr schmackhaften Salat ... jaaaaa_haaaaa, ich spreche von Salat ... wird ein kleiner Spitzkohl geputzt, in feine Streifen gehobelt und dann gewaschen. Eine beschichteten Pfanne erhitzen, etwas Pflanzenöl hineingeben und eine handvoll gewürfelten Speck und eine halbe, ebenfalls gewürfelte Zwiebel darin andünsten, aber keine Farbe nehmen lassen. Den Spitzkohl zufügen und unter gelegentlichem Wenden so lange garen, bis er leicht in sich zusammengefallen ist. Das geht wohl relativ schnell, vielleicht 3 bis 4 Minuten, also nicht weglaufen. Der Spitzkohl sollte noch einen leichten Biss haben. Mit ein wenig Salz, Zucker und Senf abschmecken und etwas abkühlen lassen.

Als Dressing wird einfach eine Vinaigrette angerührt. Nun 2 Tomaten waschen, entstrunken, klein schneiden und mit dem lauwarmen Spitzkohl in eine Schüssel geben. Das Dressing zufügen und alles gut vermischen. 

So, und nun gibt es vielerlei Möglichkeiten, diesen Salat zu servieren. Zum Beispiel als "Hot-Dog-Deluxe" - im Brötchen mit einem gegrillten Nackensteak oder einer Krakauer. Als Beilagensalat zur legendären Tatort-Haxe, Spanferkel, Krustenbraten ... oder einfach nur so, mit ohne etwas anderem dazu. Alles lecker.