Freitag, 19. April 2013

Steak-Sandwich

Mein Blick schweift über die Hafenanlage und bleibt an der Pier hängen. Die "Erpel II" das Schnellboot der Wasserschutzpolizei macht gerade am Anleger fest und nachdem alle Taue ordentlich verzurrt sind, schlendern Manni und Holger auf meinen Imbiss zu. Die beiden sehen nach echtem Hunger aus und so beeile ich mich, alles für ein bzw. zwei Steak-Sandwiches zurecht zu legen.

Dazu benötige ich

1 Ciabatta-Brot, bzw je nach Größe 1/2 bis 2/3 davon
2 Rindersteaks
Salz
Pfeffer
Olivenöl
Zitronensaft

und später noch, als Biggy kommt

1 handvoll Ruccola

Schnell würze ich die Steaks mit Salz und Pfeffer und lege sie auf meinen Grill - alternativ geht natürlich auch eine Pfanne, in die man stark erhitzt und in die man dann etwas Olivenöl hineingegeben hat - und  brate sie bis zum gewünschten Garpunkt. Als das Fleisch fertig ist, lege ich es auf einen Teller, beträufle es mit etwas Zitronensaft und lasse es eine Weile ruhen ... also ungefähr so lange, wie die nächsten Schritte dauern.

Nun schneide ich zwei großzügige Stücke von dem Ciabatta-Brot ab, halbiere diese der Länge nach, beträufle etwas Olivenöl darauf und bestreiche sie mit Senf. Dann lege ich das Fleisch zwischen die Brothälten und möchte sie gerade servieren, als sich Biggy lässig über den Tresen beugt und meint:

"Voll lecker, aber mit Ruccola hätte die Stulle auch Style."

"Naja, wo sie Recht hat, hat sie natürlich Recht," denke ich grinsend und packe gerade eine handvoll von dem Grünzeug oben drauf, als eine Gruppe Motorradfahrer, angeführt von einem Endurogirl in die Hafenanage einbiegt und Kurs auf meinen Imbiss nimmt ... Schnell würze ich ein paar weitere Steaks werfe sie auf den Grill ...

Donnerstag, 18. April 2013

Krustenbraten-Sandwich

So, da habe ich mal aus der Not eine Tugend gemacht und ernenne diese Woche einfachzur

Sandwich-Woche

Immerhin gab es gestern und vorgestern schon lecker belegte Brote und nicht, dass mir nachher noch vorgeworfen wird, ich würde meine Kunden einseitig ernähren. Wäre ja noch schöner. 

Vorgestern hatte ich einen gepökelten Krustenbraten für gute 2 Stunden bei 180° C im Backofen gegart und ihn dabei immer wieder mit dem austretenden Saft begossen. Eigentlich war er, bzw. eine Schnittchenplatte für ein Firmenjubiläum hier im Hafen bestellt und sollte außer Haus gehen, wurde dann aber ganz kurzfristig abgesagt. Der Firmenchef hatte sich das Bein gebrochen und so feierte man eben in der Notaufnahme ... 

Aber gut, sowas passiert, damit muss man immer rechnen  und so setze ich eben heute dieses Krustenbraten-Sandwich auf die Tageskarte. Passt ja in's Konzept. 
Als ich Biggy angestöckelt kommen sehe, lege ich schon mal

2 Scheiben Brot nach Wahl 
reichlich aufgeschnittenen, gepökelten Krustenbraten, alternativ eignet sich natürlich jeder andere Bratenaufschnitt,
Mayonnaise
ein paar rote Zwiebelringe

zurecht, denn ich bin sicher, dass sie genau dieses Sandwich essen möchte.

Also bestreiche ich fluxx 2 Scheiben Brot ordentlich mit Mayo und belege es mit reichlich von dem  Bratenaufschnitt und ein paar Zwiebelringen. Ich bin gerade fertig, als Biggy vor mir steht und fragt: "Duuuuuuu_huuuuuu Uschi, ist das Sandwich reservie_hiert?"

"Nein," sage ich und schiebe ihr den Teller über die Theke ...

Mittwoch, 17. April 2013

Gegrilltes Käsesandwich

"Boah Uschi, was hast du denn gemacht" fragt Biggy, nachdem sie meinen dick verbundenen Daumen gebührend bestaunt hat und schüttelt sich leicht. "Sieht ja voll gruselig aus."

"Och," antworte ich, während ich noch schnell die Theke abwische. "Ich hab' mir nur den Daumen verbrüht. Passiert schon mal und nicht der Rede wert." Und dann frage ich sie, was sie gerne essen möchte. Allerdings gibt es diese Woche nur Sandwiches, weil meine Hand keine Hitze verträgt und mein Verband sauber bleiben soll. Naja, die üblichen Imbiss-Gerichte wie Currywurst, Pommes etc. gibt es natürlich auch.

"Saaaaandwiches?" fragt sie erfreut und ich ahne, dass sie gleich mit einen Spezial-Biggy-Wunsch raus rückt. Und na klar, auf meine Biggy ist Verlass ...

"Duuuuuuuuu_huuuuuuu Uschi, nur ich guck doch immer so eine Serie im Fernsehen. Big Bang Theory. Da sind so paar Jungs. Und nebenan wohnt Penny. Und die sieht genauso aus, wie ich ... Auf jeden Fall essen die manchmal so gegrilltes Käsesandwich ... Und da hätte ich auch mal voll Bock drauf."

Ok, wenn Biggy "auch mal voll Bock drauf" hat, dann soll sie es kriegen. Ist ja jetzt kein Hexenwerk und so lege ich 

2 Scheiben Toast
2 Scheiben Cheddar Cheese und 
etwas Butter 

auf meine Arbeitsplatz. 

Ich stelle eine beschichtete Pfanne ohne weitere Fettzugabe auf den Herd und heize sie auf mittlerer Temperatur auf. Dann bestreiche ich die Toastbrotscheiben semi-üppig mit Butter und lege eine Scheibe mit der gebutterten Seite nach UNTEN in die Pfanne. Nun den Käse darauf und mit der zweiten Scheibe Toast zudecken. Wohl so, dass die gebutterte Seite oben ist. Zusammenfassend ... *grins* ... kann man sagen, dass die gebutterten Seiten AUSSEN sind ...

Das Sandwich von beiden Seiten bei mäßiger Hitze goldbraun braten und dabei ab und zu kräftig mit einem Pfannenwender von oben zusammen drücken. Die "Kunst" hierbei ist es, das Toast nicht zu stark zu bäunen, dabei soll aber der Käse trotzdem schmelzen. 

"Boah, Uschi," ruft Biggy begeistert, als ich ihr den Teller mit den Sandwiches hinstelle. "Du bist einfach genial. Das ist ja genau so, wie bei  Leonard und Sheldon in  der WG ... und ich bin Penny," strahlt sie mich selig an, während sie herzhalft in die eine Hälfte des Käse-Toasts hinein beißt.

Dienstag, 16. April 2013

Ein Hoch auf die Tiefkühlkost

"Verdammte Hacke!", presse ich durch zusammengebissenen Zähne hervor, während ich den Einsatz mit der Jägersauce tapfer fest halte. Als ich das Teil endlich abstellen kann, ist das Malheur passiert: der heiße Wasserdampf des Wärmebades hat meinen linken Daumen verbrüht und das tut mal so richtig weh. Aber gut, jetzt ist keine Zeit zum Jammern oder um irgendwelche Tänzchen aufzuführen und so halte ich meine Hand unter den kalten Wasserstrahl im Waschbecken, um die verbrannte Stelle zu lindern.

Nachdem ich das Wasser eine Weile habe laufen lassen und im Geiste durchgegangen bin, was das kühle Nass in 20 Minuten wohl so kosten wird, stelle ich den Hahn wieder ab und laufe in meine Tiefkühl-Katakombe, um mir ein paar Eiswüfel zu holen. Ich habe vor, mir daraus einen Umschlag für meine lädierte Hand zu machen, aber was soll ich sagen, die Eiswürfel sind aus und so wickel ich mir kurzerhand eine Tüte Kroketten darum, die ich mit einem Küchenhandtuch fixiere. Okaaay, ist zwar nicht so der letzte Schrei, aber es hilft einigermaßen.

Wie dem auch sei, sorry Leute, an Kochen ist leider grad gar nicht zu denken, mein Daumen tut höllisch weh und weitere Wärme treibt mit die Tränen in die Augen. Deshalb gibt es heute nur gegrillte Sandwiches.

Ich stelle den Backofen auf 200°C und bereite mit der ungeliebten rechten Hand - Frau Currywurst ist Linkshänderin - die Sandwiches vor. Dazu benötige ich (für 2 - 3 Portionen)

5 Weizen-Tortillas
8 - 12 Scheiben gekochten Schinken, je nachdem, wie üppig man belegen möchte
8 Scheiben jungen Gouda, alternativ kann man natürlich jeden Schnittkäse verwenden, den man mag
Pizza-Gewürz

Ich platziere eine Weizen-Tortilla auf ein mit Backpapier ausgekleidetes (kaltes) Backblech und belege es mit Schinken und Käse. Dabei sollte allerdings de rRand frei bleiben. Dann würze ich großzügig mit Pizzagewürz und lege den nächsten Fladen darüber. So verfahre ich insgesamt vier mal und schließe mit der letzten Tortilla ab.

Nun decke ich den Sandwichturm mit Alufolie ab und schiebe alles in den vorgeheizten Ofen, wo ich das "Sandwich" für ca. 20 Minuten backen. Nach Ablauf der Zeit entferne ich die Folie, allerdings belasse es bei gleicher Hitze für weitere fünf Minuten im Rohr - die Sandwiches sollen leicht knusprig werden. Als die ersten Gäste an meinen Imbiss kommen, zerteile ich gerade das Sandwich in portionsgerechte Stücke, die ich in meine Warmhalte-Auslage lege.

"Boah", nuschelt Biggy mit dicken Backen "sind die lecker!" und fragt, nachdem der Mund wieder einigermaßen leer ist:  "Kannst du mir noch eins für den Chef einpacken? Dann darf ich heute bestimmt was früher geh'n."

Montag, 15. April 2013

Bananen-Joghurtdrink

"Hallo, meine liebe Frau Currywurst", begrüßte mich die Chef-Disponentin von "Fracht-Shipping & more" Gesine Meier-Herne, "könnten Sie mir vielleicht einen basischen Drink bereiten? Lecker soll er sein und satt machen muss er."

"Ööööööööh, baaaaaaasisch?" stammelte ich leicht verlegen und guckte mich hilfesuchend in der Runde um. Naja, und weil auf meine Gäste Verlass ist, kam die Lösung prompt per Teleprompter, sozusagen. Funny Fundurina, das kesse Endurogirl, das ab und zu mal Station an meinem Imbiss macht, hielt einen großes Stück Pappe in die Luft, auf das sie groß und deutlich

2 Apfelsinen, 2 reife Bananen
200 g Joghurt, Stevia Streusüße

geschrieben hatte. 

"Ok", dachte ich, "das lässt sich machen" und so verschwand ich mal kurz in meinen Imbiss-Katakomben, um die benötigten Zutaten an's Tageslicht zu befördern. 

Ich presste die beiden Apfelsinen aus, zerkleinerte die Bananen und pürierte beides mit dem Mixstab in einer entsprechend großen Schüssel. Dann fügte ich das Joghurt hinzu, verquirlte alles sorgfältig und schmeckte mit Stevia ab. Ich goß den Drink in eine großes Glas und servierte ihn Frau Meier-Herne mit einem Strohhalm ... natürlich nicht, ohne selber vorher einen kräftigen Schluck genommen zu haben. Nein, natürlich nicht aus Gesine Meier-Hernes Glas, ich habe mehrere.

"Lecker!" befand sie und ich stimmte ihr zu. Aber gut, Eigenlob stinkt.

Ok, ich räume natürlich ein, dass dieser Drink nicht ganz basisch ist, denn Joghurt ist - auch wenn nur ein milder Säurebilder - trotzdem ein Säurebilder, aber die Bananen reißen das locker wieder raus.

Freitag, 12. April 2013

Steak Pasties

Seit langer Zeit schon beschäftigt mich das Thema "Pasteten". Und zwar diese kleinen, die man zur Mittagszeit auf die Hand nimmt, wie in England. Eine leckere, saftige Füllung im Teigmantel. Wollte ich immer schon mal machen, habe aber aus irgendeinem Grund nie die Muse gefunden, mich genauer damit zu befassen. Naja, damit war dann Schluss, denn ich habe mich heute in aller Hergottsfrühe in die Katakomben meines Imbisses begeben und los gelegt. Genauer gesagt in mein Küchen-Versuchslabor. Nun, der Prototyp ist total daneben gegangen und absolut unzeigbar. Da ging schon die Sache mit dem Teig so richtig schief. Aber gut, ich gab nicht auf ...

Für Steak Pasties braucht man erst einmal einen Pastetenteig. Dazu habe ich - für 3 Stück - aus

250 g Weizenmehl
1 TL Salz 
100 g weichem Schweineschmalz 
60 ml Wasser

einen weichen, geschmeidigen Teig hergestellt! Dieser musste nun ca. eine halbe Stunde, in Klarsichtfolie eingeschlagen im Kühlschrank ruhen! 

In der Zwischenzeit kann man gut die restlichen Arbeiten verrichten.  

160 g mariniertes Schweinenackensteak (kann auch etwas mehr sein) und

1 Zwiebel 

in feine Würfel schneiden, mischen und eventuell mit Salz und Pfeffer nachwürzen. Dazu muss ich sagen, dass ich das nicht gemacht hatte und die Pastete etwas fad war. Ok, für die Hundilis war es perfekt! Aber wie dem auch sei, den Teig aus dem Kühlschrank holen und in drei Stücke teilen. Diese einzeln auf der bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und einen Kreis ausstechen! Hierzu kann man gut einen umgedrehten Frühstücksteller benutzen, den man auf den ausgerollten Teig legt und rundherum ausschneidet.

Nun je ein Drittel der Füllung in der Mitte des Teigkreises verteilen. Also länglich. So, dass man den Kreis hat und in dessen Mitte eine "Wurst" liegt. Die Teigränder mit verquirltem Ei bestreichen und gegeneinander klappen. Gut fest drücken und auch von außem mit Ei bestreichen! Die Pasteten im auf 200° C vorgeheizten Backofen auf mittlerer Schiene für ca. 45 Minuten backen.

Donnerstag, 11. April 2013

Corned Beef mit Krautsalat

Gestern nach dem Tagesgeschäft musste ich dringend in den Großmarkt. Mittwochs haben sie immer die neuen Angebote und außerdem gingen meine Vorräte langsam zur Neige. Als gegen 15 Uhr der Imbiss für das Abendgeschäft fertig und alles geputzt war, konnte ich endlich hinter mir verriegeln. Den Einkaufszettel hatte ich zwischendurch schon geschrieben und nun verstaute ich diverse Kühlboxen und andere Container in meinen alten Defender und fuhr los. 

"Puuuuh, ist das voll", dachte ich, als auf den Parkplatz von "Groschengrab & Zastermann" einbog und hoffte, dass ich einen Parkplatz in der Nähe des Einganges finden würde, was aber mit dem großen Wagen eher unwahrscheinlich ist. Nachdem ich den Platz dreimal umrundet hatte, erspähte ich einen Einkäufer, der gerade seiner Einkaufkarre einen Tritt verpasste und in seinen Wagen stieg. Freudestrahlend setzte ich den Blinker und blockierte die Fahrbahn, bis der Typ die Parklücke frei gegeben und ich meinen Jeep abstellen konnte. 

Naja, gut, was soll ich großartig erzählen, einkaufen halt ... und als ich wieder zum Imbiss kam, hatte ich Hunger bis unter beide Arme. Nur, was könnte ich denn mal machen. Schnell musste es gehen und satt machen, alles andere war egal. Naja gut einigermaßen schmecken sollte es natürlich auch. Also hirnte ich - während ich meine Einkäufe in die entsprechenden Katakomben schleppte - so vor mich hin, bis mir einfiel, dass ich ja am vormittag Coleslaw gemacht hatte und noch ein Rest von "alten" Krautsalat übrig war. Eine Dose Corned Beef hatte ich auch noch ... und so zauberte ich aus

1 Dose Corned Beef
400 g Krautsalat (1 Dose) 

ein schnelles, sättigendes Gericht. 

Bei dem Krautsalat - ein Fertigprodukt geht natürlich auch - ist drauf zu achten, dass er nicht so ölig ist. Das Dressing sollte klar und leicht sein, süßsäuerlich abgeschmeckt. 

Die Zubereitung ist ganz einfach. Das Corned Beef in Stücke schneiden und in einer beschichteten Pfanne ohne weitere Fettzugabe krümelig-breiig braten. Den Krautsalat abtropfen lassen und kurz vor Ende der  Bratzeit mit in die Pfanne geben. Alles gut vermischen und etwas durchziehen lassen. Mit Senf servieren.

Ok, ich gelobe, dass das jetzt vorerst das letzte Corned Beef Rezept war ... ich kann das Zeug nämlich langsam nicht mehr sehen. Aber lecker war's trotzdem. Freitag gibt es übrigens Steak Pasties. Ich habe alle Zutaten aus dem Großmarkt mitgebracht, denn das Thema beschäftigt mich schon länger ...

Mittwoch, 10. April 2013

Coleslaw

"Duuuuuu_huuuuu, Ursula, kannst du eigentlich auch Coleslaw? Hab' ich im Urlaub gegessen und der war sooo lecker!" fragt mich Holger, der gerade mit seinem Kollegen Manni mit der Erpel II angelegt hat und einen vormittäglichen Kaffee trinkt.

Ob ich den kann? Na klar ... Naja, und dann stand ich da. Und musste Weißkohl schnibbeln! Weil ich gerade meine Küchenmaschine geschrottet hatte. Aber gut, dass ist eine andere Geschichte und ich selber Schuld! Dafür habe ich aber noch alle Finger!

Für den Coleslaw benötigt man  

1 mittelgroßen Weißkohlkopf
2 Möhre
2 fastmittelsäuerlichen Äpfel,
2 Zwiebeln
1 Saftorange
1 Glas Mayonnaise,
2 TL Dijon-Senf
Salz, Pfeffer und etwas Zitronensaft 

Also eigentlich nichts, was nicht in meiner gut sortierten Kühlkatakombe vorrätig wäre.

Die äußeren Blätter vom Kohl werden entfernt und der Rest dann geachtelt. Den Strunk großzügig herauslösen, alles von der Spitze aus in feine Streifen schneiden 

(oder durch die Küchenmaschine jagen) 

und in eine ausreichend große Schüssel geben. Mit Salz bestreuen und gut vermengen! Das Ganze für 2 - 3 Stunden abgedeckt stehen lassen, damit der Kohl weich wird. Die Zwiebeln schälen, vierteln, in feine Streifen schneiden. Die Möhren und die beiden Äpfel ebenfalls schälen - die Äpfel vierteln und entkernen - und sowohl Möhren als auch die Äpfel ebenfalls in feine Streifen schneiden. Mit Zitronensaft beträufeln und mit den Zwiebelstreifen zu dem abgespülten und gut ausgedrückten Kohl geben.

Mayonnaise, Dijonsenf, Orangensaft und Pfeffer in eine separate Schüssel geben und daraus ein Dressing anrühren. Darauf achten, dass das Dressing nicht zu fest ist, es sollte allerdings auch nicht zu flüssig sein. Ungefähr so, wie aufgerührter Natur-Joghurt. Mit Salz wäre ich jetzt aber erst einmal vorsichtig, denn der Kohl ist ja schon gesalzen. Das Dressing zum Gemüse geben, gut mischen, abschmecken und eventuell nachwürzen. Böööh, ist der lecker! Hätte ich jetzt ehrlich gesagt nicht gedacht! Ich mein', wir reden hier immerhin von Krautsalat! Mit Äpfeln und Möhren! Aber Hammer!

Naja, und das finden Holger und Manni auch, als sie später zum Mittagessen kommen. Aber das kann ich jetzt leider noch nicht wissen. 

Dienstag, 9. April 2013

Verzaubertes Corned Beef nach Art des Thomas Lieven

Ich liege dick eingemummelt in meiner Hängematte vor dem Imbiss und lasse mir - während ich auf die Tageskundschaft warte - die Sonne in's Gesicht scheinen. Meine Gedanken kreisen immer noch um die Corned Beef-Sache und ich werde das Gefühl nicht los, etwas übersehen zu haben. 

"Na klar, wie konnte ich DAS nur vergessen!?" denke ich und schäle mich fluchs aus meiner Wolldecke. Ich übergebe der kleinen Pieps, die heute schon etwas früher gekommen ist, um den aktuellen Zustand des Mittagessens zu ermitteln, - in der Hoffnung, dass sie nichts anrichtet - die Hoheit über den Imbiss und klettere hinab in meine geheime Nebenkatakombe. Dorthin, wo meine Bibliothek hinter einer schweren Eisentür gesichert ist, also ... äääääh .... hüstel ... wo ich meine Konsaliks und Simmels aufbewahre ... also damit niemand merkt, dass ich die lese ... au weia au weia, mein Image ... 

Wie dem auch sei, der Geheimagent Thomas Lieven hatte doch auch mal was mit Corned Beef gemacht, erinnere ich mich und blättere hektisch in den Seiten des dicken Wälzers, immer im Hinterkopf, dass die kleine Pieps ... oben ... alleine ... abschmeckt ...

August 1945, Thomas Lieven ist in Baden-Baden beim "Kriegsverbrecher-Suchdienst" gelandet, als eines Tages die Tür aufgeht und ein hagerer, weißhaariger Mann herein kommt. Dieser klagt sich selber an, ein Nazi gewesen zu sein und will nun für die Verbrechen büßen, die sein Land begangen hat. Thomas Lieven ist etwas verblüfft, wie es scheint und lädt den Mann zum Essen ein ... und um es kurz zu machen, beide fahren auf den Hof des Mannes, die Frau steht in der Küche und rührt in einer dünnnen Suppe, danach soll es Kartoffelpürree mit Backobst geben, es tut ihnen leid, mehr haben sie nicht ... 

"Thomas ging auf den Hof hinaus und öffnete den Kofferraum seines Wagens. Mit einem halben Pfund Butter, einer Büchse Sahne, einer Büchse Fleischextrakt und einer Büchse Corned beef kehrte er zurück."
(Zitat: Johannes Mario Simmel, Es muss nicht immer Kaviar sein)

Ok, ich lese noch schnell das Rezept zu Ende, wobei ich heraus finde, dass er die Sahne und den Fleischextrakt nicht für das verzauberte Corned Beef benötig, sondern für Suppe und Dessert.  Nun stelle ich das alte Buch mit dem zerfledderten Umschlag zurück in's Regal, knipse das Deckenlicht aus, schließe den Raum sorgfältig ab und gehe hinüber in meine Vorratskatakombe, um mich den Zutaten zuzuwenden. Da im Buch keine konkreten Mengen angegeben sind und sich im Haus des ehemaligen Kreisbauernführers 3 Personen befinden, entscheide ich mich für folgendes:

1 Dose Corned Beef
5 - 6 Zwiebeln
1 EL Butter
Salz und Pfeffer

... und alles für Kartoffelpürree

Zunächst einmal schäle ich natürlich keine Kartoffeln, sondern bereite etwas später ein Fertigprodukt laut Packungsanweisung zu, wobei ich darauf achte, dass es etwas dünner wird, als angegeben. Ich werde dann in etwa die Hälfte mehr an Milch verwenden. Also der Wasseranteil bleibt gleich, der Milchanteil wird um die Hälfte erhöht.

Schnell schäle ich den Haufen Zwiebeln, schneide sie in dünne Ringe und dünste sie in heißer Butter. Während die Zwiebeln so vor sich hin brutscheln, entdose ich das Cornedbeef, zerkleinere es und gebe es zu den Zwiebeln, die bis hierhin hoffentlich keine allzu dunkle Farbe angenommen haben. Blass sollen sie sein. Nun brate ich das Corned Beef mitsamt der Zwiebeln, bis das Fleisch zerfallen ist - und auch hier heißt es wieder, nicht braun werden lassen. Ich würze diese Mischung mit Salz und Pfeffer und gebe das mittlerweile angerührte Kartoffelpürree dazu und vermenge alles sorgfältig miteinander. Alles noch ein paar Minuten ziehen lassen, bis es heiß ist, noch einmal abschmecken... et voilà ... und weil ich mittlerweile weiß, dass Thymian sehr gut zu Corned Beef geht, helfe ich zum Schluss noch mit eben diesem Kraut nach. Hätte das Thomas Lieven seinerzeit gewusst, ich glaube, er hätte es mir gleich getan ... obwohl es auch ohne Thymian recht gut schmeckt.

Mittwoch, 3. April 2013

Corned Beef-Rösti

Und zu guter Letzt habe ich heute Corned Beef-Rösti auf die Tageskarte gesetzt. Ok, ist jetzt nicht gerade WochenENDE, aber immerhin Bergfest ... und ich kann langsam kein Corned Beef mehr sehen, wenn ich ehrlich bin. Wie dem auch sei, das Rösti ist total einfach, geht schnell und schmeckt richtig gut, finde ich.

Zunächst einmal benötigt man für eine große Pfanne (2 Portionen) - ich habe meine Crêpes-Pfanne verwendet, weil die einen ganz niedrigen Rand und eine gute Beschichtung hat -

1 Dose Corned Beef
1 Zwiebel, fein gewürfelt
1/2 grüne Paprika, geputzt und fein gewürfelt
200 g Kartoffel, geschält und grob geraspelt
Salz, Pfeffer und Thymian.

Die Pfanne auf den Herd stellen und moderat erhitzen. Das Corned Beef klein schneiden anbraten, so das es zerfällt. Eine weitere Fettzugabe ist eigentlich nicht nötig, weil am Corned Beef genügend dran klebt. 

Wenn das Corned Beef ... sagen wir mal ... eine Masse ist, alle weiteren Zutaten zufügen, würzen und braten. Dabei immer mal wieder mit einem Pfannenwender wenden. Also nicht das ganze Rösti, sondern in Teilen. Wenn alles angeröstet ist, den Fladen in Form bringen und noch etwas braten. So, nun ist es natürlich Gefühlssache, wann der rechte Zeitpunkt zum Wenden gekommen ist. Aber man kann das Rösti auch anheben und drunter gucken. Wenn es dabei kaputt geht, drückt man es einfach wieder zusammen. 

Naja, und nun kommt der schwierige Part, das Wenden. Man nimmt die Pfanne von der Herdplatte, neigt sie ein bisschen nach vorne und schwingt die Pfanne mit einem kräftigen Schwung aus dem Handgelenk zu sich heran (also erst nach vorne, von sich weg und dann in einer Kreisbewegung von unten nach oben zu sich heran. Am besten nimmt man eine leere Pfanne, legt eine Scheibe Toastbrot hinein und dann üben, üben, üben ) und in dieser Bewegung fliegt es fast von alleine ….. Okeeeeeh, das geht mit diesem Rösti natürlich nicht. Also habe ich eine zweite, baugleiche Pfanne genommen ... ich habe nämlich mehrere Crêpes-Pfannen, sonst dauert es ja ewig ... also diese zweite Pfanne auf die erste stülpen, den (kalten) Boden andrücken, umdrehen und das Rösti von der einen in die andere Pfanne kippen. Jetzt die Ingredienzien wieder in Form bringen und auch diese Seite noch ein wenig rösten.

"Moah Uschi, ich will auch was davon!" schmachtet Biggy in meine Pfanne und als sie den Blick wieder in meine Richtung wendet, lächelt sie mich freundlich an ... zu freundlich, wie ich finde.

Dienstag, 2. April 2013

Kartoffelsalat mit Corned Beef

Nun hatte ich ja neulich diese Corned Beef-Kroketten-Bouletten. Dazu gab es Kartoffelsalat und ich bin das Rezept noch schuldig. 

Für 4 Portionen benötigt man:

2 große Kartoffeln
1 Dose Corned Beef
2 Gewürzgurken
1/2 Glas Tomatenpaprika
1 Zwiebel
10 EL Salat-Mayonnaise
2 EL scharfen Senf
250 g Joghurt
Salz, Pfeffer, Prise Zucker
Gurkenwasser

Die Kartoffeln werden als Pellkartoffeln gekocht, dann heiß entkleidet, in Viertel-Scheiben geschnitten und in einer Schüssel gelagert. Die Zwiebeln schälen, vierteln und in Streifen schneiden, die in etwas heißem Pflanzenfett gedünstet werden. Dadurch wird der Salat nicht zu schnell schlecht.

Die Gurken vierteln und in Scheiben, den Tomatenpaprika in Streifen schneiden. Alles zusammen mit den gedünsteten Zwiebeln zu den Kartoffeln geben. Die Kartoffeln und die Zwiebeln dürfen ruhig noch heiß sein, dadurch zieht die Sauce besser ein.

Für das Dressing, den Joghurt und die Mayonnaise in einer separaten Schüssel miteinander verquirlen und so viel von dem Gurkenwasser zugeben, bis es ungefähr die Konsistenz von geschmolzenem Vanilleeis hat. Das Dressing zieht noch in die Kartoffeln ein und wenn es zu fest ist, hat man nachher keinen geschmeidigen Salat. Mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker würzen und über die Kartoffeln gießen. Das Corned Beef in mundgerechte Stücke schneiden und unterheben. Den Kartoffelsalat eine Weile ziehen lassen ... 

"Bombe!", fand Biggy damals.

Naja, und für meine 'Low Carbianer' ersetze ich die Kartoffeln einfach durch hartgekochte Eier. Auch saulecker!