Donnerstag, 7. November 2013

Pyttipanna

Wie jeden Morgen stehe ich in meinem Imbiss und bereite das Tagesgeschäft vor. Dazu muss ich alles, was ich für einen reibungslosen Ablauf brauche, schneiden, schnipseln, auffüllen ... Die Saucen müssen gekocht, die Schnitzel paniert, die Frikadellen abgedreht und gebraten werden ... 

Ich bin gerade dabei, die Kartoffeln für die Pommes Frittes zu schneiden und vorzufrittieren, als Biggy angestöckelt kommt. 

"Duuuuuuu_huuuuu Uschi, nur meine schwedische Tante, also die Tante Solveig, näää, die kommt auf Besuch und da würde ich gerne dieses eine Gericht kochen. Du weißt schon, wo man alle Reste für aufbrauchen kann. Das ist voll praktisch für Gäste, weil man dann nicht extra einkaufen braucht. Nur wie heißt das denn noch?" Während die blonde Biggy weiter überlegt, fahre ich fort, mit den Vorbereitungen. Ich mache die Pommes immer auf belgische Art. Das ist zwar aufwändiger, aber das Ergebniss spricht für sich. 

"Ich weiß wieder!" ruft Biggy plötzlich freudestrahlend: "Puppi Papaya ... oder so ähnlich." "Okay, Puppi Papaya also", grinse ich, aber ich weiß natürlich, was Biggy meint: Pyttipanna

Pro Person braucht man für dieses Reste-Essen:

2 oder 3 gekochte Kartoffeln vom Vortag
1/4 Zwiebel
50 g Bacon
1 dicke Scheibe Rest-Braten, Wurst o. ä. 
1 oder 2 frische Eier
Petersilie
Fett zum Braten
Optional: Salz und Pfeffer
Man kann auch noch Gemüseüberbleibsel, wie z. B. Erbsen, Möhren, Paprika ...mit hineingeben.

Ich laufe schnell in die Katakomben meines Imbisswagens um das Benötigte zu holen und nachdem ich wieder im Kochbereich stehe, stelle ich eine gusseiserne Pfanne auf den Herd und erhitze diese auf höchster Stufe. Nun pelle ich die Kartoffeln und schneide sie in Würfel von ca. 1 cm Kantenlänge. Als die Pfanne heiß ist, gebe ich reichlich Bratfett hinein, warte einen Moment, bis es sich erwärmt hat und füge die Kartoffelwürfel hinzu, die ich im weiteren Verlauf des Geschehens unter mehrmaligem Wenden golbraun brate. Während die Kartoffeln so vor sich hin brutscheln, schneide ich die geschälte Zwiebel in feine, den Speck und den Braten in etwa gleichgroße Stücke, wie die Kartoffeln. Dabei vergesse ich aber nicht, die Kartoffeln hin und wieder zu schwenken. Als diese fast fertig sind, schütte ich das Fett ab, gebe Bacon, Zwiebeln und das Fleisch mit in die Pfanne und lassen alles noch eine Weile bei mittlerer Hitze braten. Gleichzeitig stelle ich eine weitere Pfanne auf den Herd, erwärme diese und brate die Spiegeleier bei moderater Hitze "sunny side up", also so, dass das Eiweiß gestockt und das Eigelb noch flüssig ist. Das "Pfannengeröstel" würze ich final mit etwas Salz und Pfeffer und streue die Petersilie, die ich täglich frisch hacke und somit immer zur Hand habe, darüber. 

Irgendwie scheint Biggy ein Gespür dafür zu haben, wann das Essen fertig ist, denke ich, als ich sie fröhlich auf meinen Imbiss zukommen sehe und häufele ihr schon mal eine Portion des Pyttipanna und ein Spiegelei auf einen Teller.

"Boah, Uschi", sagt Biggy schmatzend, nachdem sie das Eigelb angepiekst und den ersten Bissen gegessen hat. "Das ist so lecker. Genau wie bei meiner Tante Solveig in Schweden immer." Und dann mampft sie ihre Portion genüßlich in sich hinein um gleich darauf noch etwas Nachschlag zu fordern.

Montag, 4. November 2013

Einfaches Spritzgebäck

Als vielbeschäftigte Frittenfachverkäuferin muss ich darauf achten, dass ich gut mit meiner Zeit haushalte. Ein gutes Zeitmanagement ist dabei das "A" und "O" und deshalb muss ich gucken, dass ich meine Weihnachtsbäckerei frühzeitig und zwischen dem normalen Tagesgeschäft in Gang bringe. Naja, und deshalb habe ich schon heute mit der ersten Sorte angefangen und so zieht ein köstlicher Duft nach frischgebackenen Plätzchen durch die Hafenanlage und lockt unter anderem auch Biggy an. 

"Boah Uschi, was machst'n da?" fragt Biggy und greift nach einem der Kekse, die zum Auskühlen auf einem Gitter auf der Theke liegen. Als sie nach einem zweiten greifen will, ziehe ich das Gitter allerdings weg und weise darauf hin, dass ich die diesjährigen Bestellungen ausschließlich per SMS unter der bekannten Handy-Nummer entgegen nehme.

"Sonst geht das unter, meine Liebe", füge ich hinzu. Aber das hört Biggy nicht, denn sie gibt gerade hochkonzentriert den Text in ihr Smartphone ein:

"Liebe Uschi, ich nehm von allen Plätzchen dieses Jahr. Deine Biggy"

"0172 952 ..." nuschelt sie tippend vor sich hin, aber leider kann ich nicht verstehen, ob sie die richtige Nummer eingibt, denn es kommen gerade ein paar hungrige Seeleute an den Imbiss. Aber als ich die fünf georderten Portionen Pommes in die Fritteusen werfe, kündigt das leises Klirren meines Handies die SMS an ...


 Für diese Plätzchen benötigt man:

750 g Mehl
375 g Butter (weich)
375 g Zucker
3 Eier
3 Päckchen Vanillezucker und
1 gestr. TL Backpulver

Die Butter mit dem Zucker und dem Vanillezucker schaumig rühren. Die Eier nach und nach dazu geben und zu einer homogenen Masse verschlagen. Das Mehl gut mit dem Backpulver mischen und portionsweise unter die Buttermasse kneten. Den fertigen Teig eine Stunde in den Kühlschrank stellen und dann durch den Drehwolf nudeln. Im auf 180°C vorgeheizten Backofen auf mittlerer Schiene ca. 15 Minuten backen und wenn die Plätzchen fertig sind, diese auf einem Gitter auskühlen lassen.

Der Teig ist, wenn man ihn nicht in den Kühlschrank stellt, so weich, dass man ihn auch hervorragend durch die Plätzchenpresse oder einen Spritzbeutel drücken kann.