Sonntag, 28. Dezember 2014

Kohortenkochen im Crockpot - Pichelsteiner Eintopf

Mittlerweile habe ich mir angewöhnt, den Slowcooker abends zu beladen und über Nacht laufen zu lassen. Ich bereite alles schnell noch nach der Abendschicht vor und schalte den Slowcooker an und der Gatte macht das Gerät morgens aus, wenn er zur Abrbeit geht. Das ist weniger stressig und klappt ganz wunderbar.

Für den Pichelsteiner Topf im 3, 5 l Crockpot - und ich schwöre, ich wollte diesmal eine kleine Portion machen - benötigt man:

3 oder 4 Kartoffeln, geschält und in Würfel geschnitten
1 handvoll Karotten, geputzt und ich Scheiben geschnitten
1 Stück Lauch, geputzt, gewaschen und in Stücke geschnitten
2 Zwiebeln, geschält und in Würfel geschnitten
ca. 1/3 Wirsing, entstrunkt und in mundgerechte Stücke geschnitten 
2 Rinderbeinscheiben
1 Liter Gemüsesaft
Salz, Pfeffer

Die Kartoffelwürfel zu unterst in den Slowcooker geben, darauf das Gemüse - Möhren, Lauch Zwiebeln - Schichten, den Wirsing oben auf legen, den Gemüsesaft kräftig mit Salz und Pfeffer würzen und über das Gemüse gießen, mit den Beinscheiben abdecken. Nun den Slowcooker mit dem Deckel verschließen und auf Stufe "Low" schalten. Der Eintopf muss nun für ca. 10 Stunden garen. Nach Ablauf der Zeit, das Fleisch ausstechen und in mundgerechte Stücke schneiden - wobei die Knochen vorher entfernt werden - und zurück in die Suppe geben. Eventuell mit Salz und Pfeffer nachwürzen.

Aber wieder einmal muss ich feststellen, dass der kleine 3,5 l Slowcooker viel zu groß für den Gatten und mich ist und wir mindestens noch zwei Tage von dem Eintopf essen werden, was aber nichts macht, denn er ist sehr lecker und ich glaube, Pichelsteiner wird zu meinem Lieblingsessen. Aber ob ich das in zwei Tagen immer noch so sehen werde? Keine Ahnung, denn wer kann das jetzt schon wissen.

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Samstag, 20. Dezember 2014

The Slowcooking Mam - Kasseler mit Sauerkraut

Zunächst stelle ich mal fest, dass das Slowcooking nichts für einen Schnellimbiss ist und tatsächlich nur für das Familienabendessen taugt. Also finde ich auf jeden Fall ... zu diesem Zeitpunkt. Außerdem finde ich es etwas stressig, denn man muss das Essen 8 - 10 Stunden vor der Mahlzeit im Topf haben, damit es dann auch fertig ist und nicht erst nach dem Tatort ... oder so. 

Wie dem auch sei, heute gibt es Kasseler mit Sauerkraut und dazu benötige ich:

1 kg frisches Sauerkraut
800 g Kasseler
2 Zwiebeln
2 Äpfel
60 g Speck
20 g Schmalz 
30 g Honig
200 ml Weißwein
200 ml Brühe
Salz, Pfeffer und ein Lorbeerblatt

Zunächst einmal drücke ich das Sauerkraut aus und lege es in ein Sieb, damit es noch ein wenig abtropfen kann. Nun gebe ich das Schweineschmalz in eine Pfanne und erhitze es langsam. Dann schäle ich die Zwiebeln und schneide sie in feine Würfel. Ich schäle und entkerne die Äpfel und schneide auch sie in Würfel, ebenso den Speck, den ich wohl nicht schäle und/oder entkerne. Nun schwitze ich alles in dem Schmalz goldgelb an, rühre den Honig unter und lasse das Gemisch ein bisschen karamellisieren. Dann lösche ich mit der Hälfte der Flüssigkeit ab und würze (eventuell) mit Salz, auf jeden Fall mit Pfeffer und mische alles mit dem Sauerkraut. Tja, und dann war da noch die Sache mit dem Loorbeerblatt, welches ich einfach irgendwo unterbringe.

Die Hälfte des Sauerkrauts wird nun in den Slowcooker gegeben, darauf die Kasseler-Scheiben dachziegelartig verteilt und als dritte Schicht das restliche Sauerkraut nebst der übrig gebliebenen Flüssigkeit. Deckel drupp und für eine Stunde auf Stufe "High", danach für weitere 6 Stunden auf Stufe "Low" garen und schwupps, wie von Zauberhand, ist das Sternemenü fertig. Pünktlich zum Feierabend das Gatten und zu Beginn meiner zweiten Schicht, denn als vielbeschäftigte Frittenfachverkäuferin ist man natürlich auch abends im Einsatz.

Mein erstes Fazit zu dem Slowcooker ist, dass selbst der kleine 3,5 l Topf für 2 Personen (die Jungs sind unlängst ausgezogen) zu groß ist und es auch morgen und vielleicht auch übermorgen noch Kasseler mit Sauerkraut gibt ... also wenn ich es nicht auf die morgige Tageskarte setze.

Freitag, 19. Dezember 2014

The Slowcooking Mam - Linsen-Kokossuppe

So, nun stehe ich hier mit meinem neuen Slowcooker und weiß nicht so recht, was ich damit anfangen soll. Für den ersten Versuch soll ein Süppchen her, am Besten aus Zutaten aus der Vorratshaltung. Ich durchforste die Küchenschränke und finde rote Linsen und eine Packung Kokosmilch. Ok, Linsen-Kokossuppe. Der Kühlschrank gibt noch ein Bund Suppengrün, Lauch, Zwiebeln und Knoblauch her, außerdem einen knappen halben Liter Fleischbrühe nebst dem dazugehörigen Fleisch.

Listig aufbereitet sieht das dann so aus:

1 EL Olivenöl
1 mittelgroße Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 Stückchen Sellerie 
1 Möhre
1/1 Stange Lauch
1 Dose Pizzatomaten
200 g rote Linsen, gespült
400 ml Fleischbrühe
200 ml Kokosmilch
Fleischreste/Bratenreste
Salz, Pfeffer, Curry, etwas Zitronensaft

Zunächst einmal ziehe ich die Schale von der Zwiebel und dem Knoblauch ab, schneide beides in feine Würfel und schwitze es in dem Olivenöl an. Dann bestäube ich das Gemisch mit Curry und dünste alles noch eine Weile bei moderater Hitze.

Nun putze ich das Gemüse, schneide es in mittelgroße Würfel und öffne die Dose mit den Tomatenstücken. Das Zwiebelgemisch gebe ich in den Crockpot, füge Gemüse, Tomaten und die Linsen hinzu und fülle mit der Brühe auf. Ich würze mit dem Zitronensaft, Salz und Pfeffer und lege den Deckel auf den Slowcooker, der jetzt für ungefähr 10 Stunden auf niedrigen Stufe seine Arbeit erledigen muss. Die Suppe wird nun in dem Kocher auf 75°C erhitzt und bei dieser Temperatur langsam gar gezogen.

Eine Stunde vor Ablauf der Zeit schneide ich das Fleisch in mundgerechte Würfel und fülle es zusammen mit der Kokosmilch in ein Microwellengeschirr um es kurz zu erwärmen. So möchte ich vermeiden, dass die Suppe im Crockpott zu stark abkühlt, wenn ich die beiden Zutaten zugebe und der Garprozess unterbrochen wird. Trotzdem stelle ich den Slowcooker für die restliche Zeit auf "high", denn ich habe keinerlei Erfahrung damit und möchte sicher gehen, dass die Suppe was wird.

Tja, was soll ich sagen. Die Suppe schmeckt einfach göttlich. Sie ist schön cremig und rund im Geschmack. Allerdings sind die Linsen nach 10 Stunden noch bissfest, obwohl es sich um rote Linsen gehandelt hat und ich überlege, ob ich die nicht vielleicht doch vorher einweichen, bzw. vorkochen sollte. Außerdem habe ich zu viel Flüssigkeit verwendet, denn es ist wirklich eine Suppe mit Einlage. Ansonsten kann der erste Versuch durchaus als gelungen verbucht werden.
 

Mittwoch, 17. Dezember 2014

The Slowcooking Mam - Oder: Vanillekipferl, natürlich nicht aus dem Slowcooker

"Schalt mal einen Gang runter, meine liebe Frau C., bevor du mir noch 'out burnst'", sagt der Mann und überreicht mir feierlich einen 3,5 l Crockpott, einen sogenannten Slowcooker von Morphy Richards (womit das auch eben abgehandelt ist). Ich schwanke noch zwischen Empörung und Irritation, aber Recht hat er: Ich bin wirklich ein gestresstes Menschenkind.

Nun stellt sich allerdings die Frage, was ich mit dem Ding anfange, aber gut, ich wäre nicht Frau Currywurst, eine diplomierte Frittenfachverkäuferin, wenn mir dazu nicht auch noch etwas einfiele. Aber erst einmal  widme ich mich dem Tagesgeschäft und backe nebenbei eine Ladung Vanillekipferl. 

Für ca. 4 - 5 haushaltsübliche Backbleche, je nachdem wie groß man die Kipferl formt benötigt man

Block 1:
250 g Mehl
210 g Butter, kalt
80 g Zucker
100 g Mandeln
2 Päckchen Bourbon Vanille Zucker

Block 2:
250 g Puderzucker
2 Päckchen VANILLIN, kein Vanillezucker aus dem Discounter!!

und Frischhaltefolie, die ich aus den verschiedenen Lagerorten hole.

Nun wiege ich die trockenen Zutaten aus dem ersten Block und mische sie sorgfältig. Danach gebe ich die kalte Butter in kleinen Stückchen hinzu und verknete alles schnell zu einem Teig, den ich in Rollen forme und in fest Frischhaltefolie packe. Der Teig muss nun eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen.

Irgendwann, .... äääääääääh, ... als es mir wieder einfällt, heize ich den Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze und lege die benötigten Bleche mit Backpapier aus. Ich hole eine der Teigrollen aus der Kühlung, wickele diese aus und schneide sie in ... tja, ... vielleicht fingerdicke Scheiben bei einem Rollendurchmesser von 4 cm. Also muss man ausprobieren. Diese Scheiben rolle ich in der Hand zu madenähnlichen ... ja, sorry, irgendwie sieht es so aus ... Würmern und lege diese in nicht zu kleinem Abstand auf die vorbereiteten Backbleche und backe alles nacheinander für ca. 15 Minuten ab. 

Die heißen Kipferl bestreue ich mit einem Gemisch aus Puderzucker und Vanillin und lege sie dann zum auskühlen auf ein Gitter. Wenn sie kalt geworden sind, pudere ich noch einmal nach und fülle die Kipferl in eine gut verschließbare Dose ...

... und zwar genau in dem Moment, as Biggy um die Ecke kommt, ihr näschen in den Wind hält und dem verführerischen Duft von frischgebackenen Vanillekipferl folgt. 

"Boah, Frau Currywurst, Vanillekipferl sind meine Lieblings", sagt sie und guckt mich mit diesem unglaublichen Blick an, dem ich nicht widerstehen kann. "Ok", seufze ich resigniert und reiche ihr ein Plätzchen rüber.

Tja, und was ich dann mit dem Slowcooker angefangen habe, können wir heute noch nicht wissen, aber ich bin sicher, dass wir es bald erfahren werden. Schalten Sie wieder ein, wenn es heißt "The Slowcooking Mam" ... naja, und zu allen anderen Gelegenheiten natürlich auch.



Freitag, 31. Oktober 2014

Leberpastete - ein echter Sattmacher

Tom, die studentische Hafenhilfskraft steht am Tresen meines Imbisses und schaufelt sich eine doppelte Portion "Ursula's hot & spicy" in den Magen und ich wundere mich einmal mehr, was alles in diesen sympathischen Schlacks hinein geht. Am Ende des Schälchens fragt er höflich nach einer Scheibe Brot, um die letzten Reste der Currysauce aufzutunken. 

"Moah, Uschi", sagt er schmatzend, als er meinen amüsierten Blick sieht, "ich weiß auch nicht, warum ich immer so viel essen muss. Aber ich werde einfach nicht satt."
Das Blöde ist, erzählt er, dass er am Wochenende seine neueste Flamme zum Essen zu sich nach Hause eingeladen hat und jetzt vor dem Problem steht, dass sie denken wird, er wäre ein maßloser Nimmersatt. "Nun, das könnte passieren", denke ich belustigt, der Kerl futtert aber auch wie ein Scheunendrescher. 

"Sag mal, Uschi, könntest du mir nicht etwas kochen? Also man muss es kalt essen können und es muss so satt machen, dass ich nur eine kleine Portion schaffe." fragt er mich bittend und guckt mich mit diesem sensationellen Blick an, dem wohl kaum jemand widerstehen kann.

"Ok", sage ich, "ich überlege mir was!"
"Uschi, du bist die Beste", sagt er strahlend und verabschhiedet sich, weil die Stauer schon nach ihm suchen und nachdem er sich ein paar Meter vom Imbiss entfernt hat, dreht er sich noch einmal um und ruft mir zu, dass er später zum Probieren kommt. 

Das Tagesgeschäft kommt langsam in Gang. Die ersten Arbeiter und Angestellten aus den umliegenden Firmen kommen und ich bin erst einmal beschäftigt. Aber als der erste Ansturm abgeklungen ist, stelle ich eine Pfanne auf den Herd. Ich werde für Tom eine Leberpastete zubereiten, die es in sich hat. 

Dafür stelle ich alle benötigten Zutaten 

500 gr. Schweineleber, küchenfertig
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
100 gr. Kokosfett
100 gr. Kokoscreme
25 gr. Pistazien, gehackt
1 Apfel
2 Blatt Gelatine
150 ml Wasser
Salz, Pfeffer und Majoran

zusammen, die ich teilweise aus dem Vorratskeller meines Imbisswagens holen muss. 

Ich wiege das Kokosfett ab und zerlasse es langsam und mit wenig Hitze in der Pfanne. Dann schäle ich den Apfel, schneide daraus Viertel und entkerne ihn um ihn in dünne Scheibchen zu schneiden. Diese Scheibchen gare ich langsam in dem Fett, ohne, dass sie Farbe nehmen. Sie sollen nur eben weich sein. Als die Äpfel fertig sind, lege ich einen Teller mit Küchenpapier aus und  platziere die Apfelscheiben ordentlich nebeneinander darauf. Das Ganze decke ich noch mit einer Lage Küchenpapier ab und stelle den Teller bei Seite. 

Nun schäle ich die Zwiebel und den Knoblauch und schneide beides in feine Würfel, die ich auf kleiner Hitze in dem gleichen Fett andünste. In der Zwischenzeit schneide ich die Leber in Stücke und brate sie zusammen mit dem Knoblauch und der Zwiebel, bis alles gar ist. Dabei muss ich aufpassen, dass die Leber nicht zu trocken wird. Nun würze ich mit Salz, Pfeffer und Majoran und gebe die Kokoscreme hinzu. Nachdem ich alles gut durchgeschwenkt habe, pürriere ich mit einem Stabmixer und hebe am Ende die gehackten Pistazien darunter.

Meine Güte, alleine diese Masse schmeckt lauwarm schon so gut, dass ich jetzt am liebsten zu einer weiteren Scheibe geröstetem Brot greifen würde, aber ich bremse mich, die Terrine ist für Tom gedacht und es muss ja auch noch etwas übrig bleiben. 

Ich kleide eine Pastetenform mit Klarsichtfolie aus, gebe die Masse hinein und streiche sie glatt. Dann belege ich das Ganze mit den Äpfeln und napiere die Oberfläche mit einem Guss, den ich aus 150 ml Wasser (alternativ Portwein oder Apfelsaft) und 2 Blättern eingeweichter Gelatine hergestellt habe. Wie das geht, steht auf der Verpackung. Jetzt muss die Köstlichkeit noch eine Weile in die Kühlung und dann kann Tom zum Verkosten kommen. Je länger man die Pastete kühlt, desto fester wird sie und kann dann ganz problemlos aus der Form gehoben und ich Scheiben geschnitten werden. 

Am Montag wird mir Tom erzählen, dass er tatsächlich von dieser kleinen Portion so pappsatt gewesen ist, dass er noch nicht einmal an Essen denken musste und sich ganz seiner neuen Freundin widmen konnte. Aber, um mit einer meiner Stammgäste zu sprechen, "Das können wir jetzt noch gar nicht wissen!"

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Slowfood, Soulfood - Pulled Pork, Fortsetzung

Als ich am nächsten Morgen eine halbe Stunde früher als gewöhnlich an meinem Imbiss ankomme, sind die Handwerker schon in vollem Gange. Ich hatte sie beauftragt, einen Wintergarten zu installieren, damit meine Gäste auch bei schlechteren Wetterbedingungen gemütlich bei mir sitzen können und nicht immer eingemummelt und mit hochgeschlagenem Kragen. Es kann in der Hafenanlage nämlich ganz schön zugig werden. Nun, ich lasse mich aber nicht weiter von den Arbeiten stören, ich kenne die Männer schon lange - gute Leute, die wissen, was zu tun ist.

Ich schließe den Imbiss auf und öffne die Klappe vom Verkaufstresen. So kommt genügend Licht und frische Luft hinein und ich kann mein Tagwerk beginnen. Als erstes heize ich einen der beiden Backöfen auf 120°C und hole den marinierten Schweinenacken aus der Kühlung. Gut, er wird in der kurzen Zeit, die er liegt, nicht mal Zimmertemperatur annehmen, aber ein kleines bisschen wärmer als kalt wird er schon werden und mir den Backofen dann nicht wieder ganz auskühlen.

 Nun hole ich

1 EL braunen Zucker
1/4 l Wasser und
1/4 l Apfelsaft

die ich vermische und solange in einem geschlossenen Gefäß schüttele, bis sich der Zucker aufgelöst hat.

Als der Backofen kurze Zeit später seine Temperatur erreicht hat, lege ich das Fleisch in einen Bräter, gieße das Apfelsaftgemischs hinein, spicke ihn mit einem Bratenthermometer und schließe den Schmortopf mit dem passenden Deckel. Das Pulled Pork muss jetzt für einige Stunden im Backofen vor sich hin schmurgeln und dabei immer mal wieder mit der sich bildenden Flüssigkeit übergossen werden. Wenn der Braten eine Kerntemperatur von 90°C erreicht hat, ist er fertig und kann zum Ruhen aus dem Topf genommen und für mindestens eine Stunde in den abgeschalteten Ofen gelegt werden. 

Aber was soll ich sagen, es dauert unglaublich lange, bis es endlich soweit ist. Über mehrere Stunden zeigt das Thermometer konsante 82°C an und ich befürchte schon, dass es vielleicht kaputt ist. Aber nach 8 Stunden ist es geschafft, die Kerntemperatur des Fleisches ist nun 90°C und somit ist der Braten fertig. Nun kann er also, wie schon erwähnt, für mindestens eine Stunde zum Ruhen in den abgeschalteten Backofen gelegt werden.

Jetzt koche ich den Saucenansatz, der sich im Topf gebildet hat, solange ein, bis dieser recht dick und glänzend ist. Das geht ziemlich schnell und man muss aufpassen, dass man keine Kohle fabriziert - dafür sind andere zuständig. Mit dieser dicken Sauce wird später das mit zwei Gabeln zerrupfte Fleisch nappiert. Also damit sollte eigentlich das Ganze nappiert werden, aber die Sauce ist derartig salzig, dass ich sie nicht servieren werde und außerdem ist die Ausbeute so gering, dass ein Reden darüber gar nicht erst lohnt.

Ich zerrupfe das Fleisch gerade mit zwei Gabeln, als pünktlich zum Abendgeschäft die ersten Gäste eintrudeln. Den ganzen Tag über kamen allerdings schon Anfragen, was so köstlich duftet und wann es so weit ist. Aber wie gesagt, es dauert eben seine Zeit und das Warten hat sich gelohnt. Das Fleisch ist unglaublich zart und saftig und erinnert ein wenig an Hähnchen.

"So ihr Lieben, was darf es denn sein", frage ich in die Runde und die erste Bestellung ist Pulled Pork mit Tomate und Raclette-Käse überbacken ... und so soll es sein.

Dienstag, 28. Oktober 2014

Slowfood, Soulfood - Pulled Pork

"Tzäää, ich glaub', es hackt", ist mein erster Gedanke, als ich den Großmarkt verlasse. Ich habe meinen wöchentlichen Einkauf erledigt und als ich aus dem Gebäude trete, fällt mein Blick auf einen Imbiss-Wagen, der nur und ausschließlich Pulled Pork anbietet. Als Burger, als Wrap, als sonst was.

"Na warte", denke ich erzürnt, "wer was von meinem Kuchen ab haben will, der muss schon früher aufstehen!" Aber eigentlich bin ich es ja selber Schuld, wo man immer und überall von Pulled Pork hört und ehrlich gesagt kam auch schon die eine oder andere Anfrage. In Gedanken gehe ich meine Einkäufe durch, verstaue alles in meinem Lieferwagen und renne noch einmal durch den Laden, um ausreichend Schweinenacken zu kaufen, denn ab sofort oder eher morgen wird dieses Gericht selbstverständlich auch bei mir angeboten. Ich laufe zum Kühlhaus und wähle Fleisch, das eine gute Marmorierung ausweist. Nun, das dauert natürlich ein wenig, bis ich die besten Stücke rausgesucht habe, aber irgendwann habe ich meine Beute beisammen und zahle an der Kasse. Wohl mit Karte, weil dieser Einkauf nicht eingeplant war und das Bare ja kurz vorher schon den Besitzer gewechselt hatte. Grrrrr ...
"Konkurrenz belebt das Geschäft, meine Guteste!" ruft mir der Imbisshüter feixend nach, als ich wieder aus dem Laden komme und in meinen Bully steige. Aber pööööh, Konkurrenz kann er haben, der olle Schmierlappen. Ich starte den Wagen, lege sowohl den Sicherheitsgurt an als auch den ersten Gang ein und gebe Gas ... Ha, Frechheit!

Als ich nach einer halbstündigen Fahrt im Hafen ankomme, sehe ich Tom, die studentische Hafenhilfskraft lässig auf der Kaimauer sitzen. Ich rufe ihn heran, um ihn mit der Verräumung meiner Waren zu beauftragen. Ok, eigentlich untersteht er den Stauern, also den Leuten die für das Be- und Entladen der Frachter verantwortlich sind ... aber manchmal kann ich ihn auch anheuern und gerade kommt er mir recht gelegen. Außerdem ist er durch seine Job genau der richtige Mann für mich. Be- und Entladen, das sollte er können.

Während Tom also meine Einkäufe in die verschiedenen Kammern der Imbiss-Katakomben bringt, bereite ich schon mal die Trocken-Beize für das Fleisch vor. Dazu nehme ich für 1,5 Kilo Fleisch

3 EL braunen Zucker
2 EL Salz (Anm. d. Red.: Ich verwende Olivensalz, dass ich neulich mal im Großmarkt entdeckt habe. Es ist sehr aromatisch und gibt den Gerichten einen runden Geschmack)
2 EL Paprika, edelsüß
1 EL Paprika, rosenscharf
1/2 EL gemahlenen schwarzen Pfeffer
1 TL gemahlenen Piment
1 TL gemahlenen Koriander
3 feingehackte Knoblauchzehen

Ich vemische alles sorgfältig, reibe das Fleisch üppig ein und massiere die Gewürzmischung anschließend gründlich in das Fleisch ein. Danach lege ich den Braten in einen Gefrierbeutel, schütte das überschüssige Gewürz mit hinein und wälze das Fleisch noch ein bisschen herum, damit so wenig wie möglich von der Beize verloren geht. So, und nun verschließe ich die Tüte hauteng und lege sie samt Braten über Nacht in den Kühlschrank ... Ja, sorry, aber marinieren dauert eben nun mal seine Zeit.

Samstag, 9. August 2014

Glutenfreies Hirse-Mehrkornbrot

Am Wochenende überlasse ich den Imbiss gerne der Jugend und so übernehmen heute der Benjamin und seine Freundin das Geschäft. Die Kids freuen sich über eine kleine Kassenaufstockung und mir gibt es Zeit, neue Rezepte in meinen Katakomben auszutüfteln. Im Moment habe ich es mit glutenfreien Backwaren, weil auch einige betroffene Biker vorbei kommen, um sich mit geeignetem Proviant einzudecken. 

Heute möchte ich ein kerniges Brot backen und so ziehe ich mich in meinen Back-Keller zurück und mache mich an's Werk. 

Für dieses Rezept benötige ich: 

250 g Mix it! Dunkel
25 g Hirsegries
25 g Leinsamen, geschrotet
50 g Hirseflocken
25 g Kerne-Mix
1 Tütchen Trockenhefe
1 TL Salz
1/2 TL Zucker
330 ml Wasser
1/2 EL Apfelessig
1/2 TL Olivenöl

Ich nehme eine große Rührschüssel aus dem Regal und wiege die trockenen Zutaten hinein. Dann mische ich diese, bevor ich Wasser, Essig und Öl hinzu kippe. Nun knete ich den Teig gründlich und gebe ihn in eine gefettete Kastenform, die ich mit einem Tuch abdecke und an einem warmen Ort ca. 3/4 Stunden ruhen lasse. Der Teig soll sich merklich ausbreiten. 

Nachdem der Teig ausreichend gegangen ist, schalte ich den Backofen auf 230°C Ober-/Unterhitze und wenn die Temperatur erreicht ist, entferne ich das Tuch von der Kastenform und stelle diese auf mittlerer Schiene in's Rohr. Nach 10 Minuten Backzeit schalte ich auf 200°C herunter und backe das Brot für weitere 35 - 40 Minuten. Nach Ablauf der Zeit hole ich mein Werk aus dem Ofen und stürze es auf ein Gitter, auf dem ich es auskühlen lasse ... bevor ich eine Scheibe zum Probieren abschneide ... Lecker! 

Freitag, 8. August 2014

Glutenfreie Schoko-Brownies mit 'Paleo Kokos-Nuss Crunchy'

Gesine Meier-Herne kommt an meinen Imbiss. "So ein Mistwetter", brummelt sie und schüttelt ihren Regenschirm aus, bevor sie ihn in den dafür vorgesehenen Ständer stellt. 

"Aber jetzt erst einmal 'Hallo', meine liebe Frau Currywurst", sagt sie und lobt mein fantastisches Aussehen. Ich gucke sie leicht misstrauisch an und ahne, dass sie ein sogenanntes Attentat auf mich vor hat ... und ich habe Recht. 

"Frau Currywurst, nachher kommt eine Delegation führender Wirtschaftsbosse aus Amerika und wir brauchen unbedingt Brownies. Das blöde daran ist aber, dass die nicht zu süß sein dürfen und außerdem glutenfrei sein müssen. Meinen Sie, sie bekommen das hin?" 
"Keine Sorge, das sollte wohl kein Problem sein," erwidere ich, "denn zufällig beschäftige ich mich gerade mit dem Thema." Nachdem Frau Meier-Herne und ich ein wenig über die Tücken der glutenfreien Ernährung gesprochen haben, verabschiedet sie sich und tritt unter dem Vordach meines Imbisses hervor.
"Ach, wo habe ich bloß meine Gedanken?", sagt sie und greift nach ihren Schirm.

Als sie weg ist, nehme ich meinen Korb und gehe nach unten in die Kattakomben meines Imbiss-Wagens, wo ich die Vorräte aufbewahre, die ich nicht für das unmittelbare Tagesgeschäft benötige. 

Für dieses Rezept brauche ich:

250 g weiche Butter
200 g dunkle Schokolade
150 g Zucker
4 Eier
80 g Mix it! Dunkel (glutenfreies Mehl)
1 TL Backpulver
25 g Back-Kakao
75 g gemahlene Mandeln und
50 g Paleo Müsli 

Zunächst stelle ich einen kleinen Topf mit Wasser auf den Herd und stelle einen Anschlagkessel darauf. Hier hinein gebe ich die Butter und die Schokolade, die ich in Stücke gebrochen habe und lasse beides schmelzen. Wenn diese beiden Zutaten flüssig sind, verquirle ich sie mit dem Schneebesen zu einer geschmeidigen Masse und lasse es etwas abkühlen. 

Nun messe ich den Zucker in eine Rührschüssel, schlage die 4 Eier dazu und mixe das Ei-Zucker-Gemisch mit dem Handrührgerät zu einer weißlich Creme. Nun gieße ich die abgekühlte Schokoladenbutter langsam und unter stetigem rühren in die Eiermasse. Schnell mische ich die restlichen Zutaten, bis auf das Müsli in einer separaten Schüssel und rühre sie unter die Schoko-Creme. Zuletzt hebe ich noch das Müsli unter und schütte den Teig in Ermangelung einer Brownieform in eine flache Auflaufform, die ich vorher mit Backtrennspray gut gefettet habe.

Hatte ich erwähnt, dass ich den Backofen auf 160° Ober-/Unterhitze vorgeheizt hatte? Nein? Habe ich aber und so stelle ich die gefüllte Form für 30 - 45 Minuten (diese Angabe ist diffus, denn es kommt natürlich auf die Form an, in der die Brownies gebacken werden. Bei mir hat es ca. 45 Minuten gedauert, aber in einer klassischen Form kommt man wohl mit weniger Zeit hin)

Nach der anvisierten Backzeit mache ich die Stäbchenprobe. Eigentlich heißt es, dass es bei Brownies schwierig sei, eine solche zu machen, weil das Innenleben noch etwas feucht, die Oberfläche aber matt und rissig sein soll, aber ich mache sie trotzdem und betrachte die Brownies erst dann als fertig, wenn eben kein Teig oder Schokolade mehr am Teststäbchen hängt. So, wie bei normalem Kuchen eben auch und ich kann mich nicht über zu trockene Brownies beklagen.

Ist der Teig durchgebacken, lässt man das Gebäck auf einem Rost, aber IN der Form auskühlen, ehe man es in Stücke schneidet und serviert. 

Später wird mir Frau Meier-Herne berichten, dass die Amerikaner ganz angetan von den 'europäischen' Brownies waren ... Aber das kann ich jetzt noch nicht wissen.



Montag, 14. Juli 2014

Hackfleischkuchen mit Spinat und Feta

"Duuuuuu_huuuuu, Uschi," sagt Biggy zwischen zwei Schlucken Kaffee, "nur ich muss nachher Kuchen ausgeben. Aber ich hatte gaaaaaaaar keine ... äääääh ... ZEIT zum Backen gestern." Und mit einem Blick, den sie besonders niedlich findet, fügt sie an: "Kannst du das nicht für mich erledigen?"
"Aber denk dran," fährt sie fort, nachdem sie ihre Tasse ausgetrunken hat und hebt an, mir zu erklären, dass sie auf Diät ist und keine Kohlenhydtrate und keinen Zucker essen darf. Ein Klingeln aus ihrer Handtasche unterbricht sie. "Oh, mein Wecker! Ich muss los, tschöööö Uschi ... ich verlass mich auf dich!" und im Weggehen ruft sie noch, dass der Kuchen auch keinen Schokoguss haben darf. 

Seufzend mache ich mich an's Werk. Es wäre doch gelacht, wenn ich keinen Kuchen hinbekäme, der nicht Biggys derzeitigen Diätvorschriften entspräche.

Ich steige hinab in die Katakomben meines Imbisswagens und hole alle benötigten Zutaten nach oben. Dazu gehören (für 2 Portionen)

500 g gemischtes Hackfleisch
250 g Blattspinat (TK, angetaut) 
100 g Feta
Bacon in Scheiben
1 Zwiebel
3 - 4 Knoblauchzehen
2 Eier
Salz und Pfeffer 

1 kleine Kastenform

Zunächst einmal schäle ich die Zwiebel und schneide sie in feine Würfel. Gleiches mit dem Knoblauch. Ich stelle einen beschichteten Topf auf den Herd, heize diesen an und gebe, als die benötigte Temperatur erreicht ist, etwas Olivenöl hinein und dünste die Zwiebel- und Knoblauchwürfel darin an. Nachdem beides einen Hauch Farbe genommen haben, gebe ich das Hackfleisch dazu und brate es krümelig. Nun schneide ich den Blattspinat in Streifen - das geht ziemlich gut, wenn der Riegel TK-Blattspinat angetaut ist. Dann kann man den einfach runter schneiden - und gebe auch ihn in den Topf. Nun würze ich kräftig mit Salz und Pfeffer und dünste das Fleisch-Spinatgemisch eine Weile bei reduzierter Hitze, um den Topf samt Inhalt dann solange zur Seite zu stellen, bis es abgekühlt ist. 

In dieser Zeit schalte ich den Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze und fette die Kastenform dünn mit Olivenöl. Dann lege ich sie mit den Baconscheiben aus. Ok, dass ist jetzt die Haushaltsversion, denn ich heize den Ofen natürlich nicht an weil er natürlich schon heiß ist. Muss ja auch, in einem gastronomischen Betrieb, auch wenn es nur ein Imbiss ist.

Das Fleisch ist abgekühlt und ich schneide den Feta in Würfel, gebe ihn und die zwei Eier hinzu und vermische alles miteinander. Nun fülle ich die Masse in die Kastenform und schlage die überlappenden Ränder - also sofern sie überlappen - über den "Kuchenteig" und schiebe die Form für ca. 40 Minuten auf einer mittleren Einschubhöhe in den Ofen.

"Boah, Uschi", ruft Biggy begeistert, als sie das Backwerk abholen will, "genau so habe ich mir meinen Kuchen vorgestellt!" ...

Donnerstag, 3. Juli 2014

Geschnetzeltes Rinderherz mit Zwiebeln

So oft sie es einrichten kann, kommt Svenja in ihrer Mittagspause an meinem Imbiss vorbei, um sich für die zweite Hälfte des Tages zu stärken. So auch heute. Ihre Augen huschen mit geübtem Blick über die Tageskarte und bleiben am Rinderherz-Ragout hängen:

"Duuuuu_huuuuu Uschi,


sagt sie und sie hat Glück, denn ich habe noch ein Stück von dem Herzen da und so kann ich ihr diesen Wunsch prompt erfüllen. 

Ich schneide 2 mittelgroße Zwiebeln auf dem Gemüsehobel in feine Ringe und brate sie in reichlich Olivenöl. Dann würze ich moderat mit Salz und Pfeffer und stelle die Pfanne samt Inhalt auf den Boden des Salamanders, um die gegarten Zwiebeln warm zu halten.

In der Zwischenzeit stelle ich eine weitere Pfanne auf den Herd und heize diese an. Dann schneide ich das Herz zunächst in Scheiben, halbiere diese (wenn nötig) der Länge nach und schneide es dann quer in Streifen. Nun gebe ich Olivenöl in die heiße Pfanne und brate das Geschnetzelte scharf an. Kurz vor Ende der Garzeit würze ich kräftig mit Salz und schwarzem Pfeffer aus der Mühle und richte das Ganze mit einem Haufen Zwiebeln an  ... et voilá!

"Guten Appetit", wünsche ich, als ich den gefüllten Teller auf die Theke stelle und ein Besteck reiche ...

Mittwoch, 2. Juli 2014

Rinderherz-Ragout mit Schweinebauch

"Boah Uschi, ich bin so froh, dass ich gebratenen Leber so liebe", beginnt Biggy das Gespräch an diesem Vormittag. "Nur versalzene Zwiebeln mag ich nicht", schmollt sie hinterher, "und Dennis auch nicht." Es stellt sich heraus, dass Biggy gestern Abend ein Date mit ihrem neuen Schwarm hatte und ihre Leibspeise - gebratene Leber mit Zwiebeln - zubereitet hatte. Leider hat sie zu tief in's Salzfass gegriffen und schon war das Malheur passiert. 

"Biggy, wenn du Leber so gerne magst, wirst du das hier erst recht mögen", sage ich und rühre in dem großen Topf, in dem das Herz-Ragout schmurgelt. 

Für dieses Gericht habe ich

1 Kilo Rinderherz
4 Scheiben Schweinebauch
4 mittelgroße Zwiebeln
2 Dosen gestückelte Tomaten (davon war eine Dose "scharf")
Tomatenmark
1/4 l halbtrockenen Rotwein
ca 1/4 l Gemüsebrühe

Olivenöl oder Butterschmalz zum Braten

bereitgelegt. 

Zunächst pariere ich das Rinderherz. D. h. ich metzle die Arterien, Herzschrittmacher, usw. aus der Mitte des Fleischberges. Das äußere Fett lasse ich aber dran, weil es Geschmack gibt. Nun schneide ich das Herz in gulaschgroße Würfel und lege sie in eine Schüssel. Die Bauchscheiben schneide ich quer in grobe Streifen, lege sie auch in die Schüssel und decke alles mit Folie ab, um es bis zur weiteren Verwendung in der Kühlung zwischenzulagern. Nun nehme ich ein sauberes Brettchen und schäle die Zwiebeln, die ich in viertel Streifen schneide.

Nachdem ich einen großen Schmortopf aufgestellt und erhitzt habe, gebe ich das Bratfett hinein und brate die Fleischwürfel nach und nach an. Als alles rundherum Farbe genommen hat, lasse ich die Zwiebeln folgen und brate auch diese an. Nun gebe ich 2 - 3 Esslöffel Tomatenmark hinzu, vermische alles und röste es kurz an, bevor ich mit dem Rotwein in zwei Gängen ablösche. Dazu gieße ich die Hälfte des Weines in den Topf und lasse ihn einreduzieren. Dann gebe ich den Rest hinzu und lasse ihn wiederum reduzieren. Nun fülle ich mit den Tomaten und der Brühe auf, lasse alles einmal aufkochen, schalte dann den Herd auf eine mittlere Hitze zurück, sodass das Ragout ca. 1 Stunde langsam vor sich hin schmurgeln kann und lege den Deckel auf den Topf. Nach Ablauf der Zeit - das Ragout ist fertig, das sagen mir meine Erfahrungswerte - schmecke ich final mit Salz und Pfeffer ab.

Das Ragout ist servierbereit und Biggy zappelt hungrig am Tresen. "Heeeeeee_heeeeeerz?", fragt sie leicht angewidert, als ich ihr eine Portion gebe und stellt fest, dass sie sowas niemals essen wird.
"Mensch, Biggy, probier doch erst einmal", sage ich und reiche ihr ein Besteck. Nun, der Hunger siegt und so angelt sie sich mit spitzen Fingern ein Stück von dem Schweinebauch aus dem Schälchen. "Boah, lecker", schmatzt sie, wickelt das Besteck aus und schiebt sich einen großen Löffel in den Mund. Diesmal hat sie wohl von dem Herz erwischt und ist ganz überrascht, wie gut es schmeckt. 
"Boah Uschi, ich bin so froh, dass ich Rinderherz so liebe", strahlt sie und ich muss sagen, dass es eindeutig die bessere Alternative für Gulasch ist.

Samstag, 28. Juni 2014

Uschis schnelle Nummer - Suçuk mit Tomaten und Bacon

Tom, die studentische Hafenhilfskraft kommt angerannt und ruft schon von weitem, dass er fast am verhungern ist und es gaaaaaaanz schnell gehen muss.

"Ok, dann mal ran an die Wurst", denke ich und hole 

3 Scheiben Bacon und 
2 Tomaten 

aus dem Kühlschrank.Weiterhin benötige ich

Salz und
Olivenöl

Fluchs pelle ich die Wurst, schneide sie in Scheiben und lege sie zusammen mit dem Bacon auf meinen Bratwurstrost. Nun wasche ich die Tomaten, trockne sie ab, schneide den Strunk heraus - ich erwähnte an anderer Stelle, dass ich das mache, weil ich es nicht mag, auf das harte Teil zu beißen - und zerteile die Tomaten in halbe Scheiben. Die Tomaten richte ich auf einem Teller an, würze sie mit Salz und nappiere sie anschließend mit Olivenöl. Dann gebe ich die Wurst- und Baconscheiben, die ich zwischendurch einmal gewendet habe, auf den Tomatensalat und schiebe Tom den Teller zu. 

"Bitte schön, mein Gutester", sage ich und sehe amüsiert zu, wie sich Tom über seine Portion hermacht. Plötzlich kommt Biggy, das Näschen in den Wind haltend um die Ecke geschnuppert. 

"Böööööh, sowas will ich auch!" ...

Freitag, 27. Juni 2014

Biggy, Biggy, Wiegetag #1

Heute ist es soweit, Biggys erster Wiegetag ist gekommen. Naja, eigentlich schon der zweite, denn das Startgewicht hatten wir ja letzten Samstag ermittelt. Wie dem auch sei, heute ist es soweit, aber Biggy lässt sich Zeit mit ihrem Erscheinen und wurde auch noch nicht gesichtet. 

Als sie endlich um die Ecke geschlichen kommt, staune ich nicht schlecht. Biggy hat sich sehr leicht bekleidet und kommt in ... Bikini und Pareo daher und weil sie meinen belustigtem Blick bemerkt, begrüßt sie mich mit den Worten: "Pöööh, Anzieh-Klamotten wiegen auch was!" 

"Guten Morgen, meine Liebe", grüße ich gesellig zurück und weise ihr so diskret es eben geht, den Weg hinter meinen Imbisswagen, wo ich heute Morgen die Waage aufgestellt habe. 
"Die Stunde der Wahrheit hat geschlagen," sage ich und fordere sie auf, ihr Hüfttuch fallen zu lassen, denn das könnte das Ergebnis natürlich auch drastisch verfälschen. 

Langsam lässt Biggy das Fähnchen zu Boden gleiten, streift die Schuhe ab ... "Jaaaaaaa_haaaaa, die sind voll schwer!" ... und steigt auf die Waage ... 
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Das Display zeigt Zahlensalat ...
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OMMMMMMMMMMMMMMM
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"BOAH!" kreischt Biggy, als ihr aktuelles Gweicht angezeigt wird und sie die Differenz zum letzten Mal ausgerechnet hat. "3 KOMMA FÜNF KILO! USCHI, ICH HAB 3 KOMMA 5 KILO ABGENOMMEN! IN! EINER! WOCHE! Nur meinst du, ich soll für jedes Gramm eine Kerbe in den Tresen schnitzen?"

"Na, wir legen lieber für jedes halbe Pfund ein Stück Butter in's Kühlhaus!" entgegne ich, als wir wieder nach vorne gehen ...

Donnerstag, 26. Juni 2014

Eier im Gar-Töpfchen

Mein Blick schweift über die Hafenanlage, als ich Biggy, meine kleine Schauspielerin, näher kommen sehe und just in dem Moment, in dem sie gewahr wird, dass ich sie sehe, fängt sie an schauerlich zu torkeln und sich dabei den Magen zu halten.

"Uschi," krächzt sie mit der letzten Energie, die ihr bleibt, ehe sie vor meinem Imbisswagen zu Boden geht ... und als sie sich mühsam wieder hochzieht, stammelt sie: "Ich brauche Frühstück! ... Und 'ne Cola!" ... 

"Ok," grinse ich, "setzt dich schon mal, die Cola kommt sofort."

Nachdem ich ihr das Getränk gebracht und die neueste Ausgabe der "Hafen-Glamour" zu lesen gegeben habe, mache ich mich ans Werk. 

Ich nehme meine "Töpfchen" aus dem Schrank und fette sie innen gründliche mit Olivenöl ein. Nun lege ich (für 2 Portionen)

6 Eier
1 Tomate und
8 Scheiben Bacon 

bereit. 

Schnell wasche ich die Tomate, trockne sie ab und schneide sie in Würfel. Den Strunk entferne ich vorher, weil ich es nicht mag, auf das harte Ding zu beißen. Nun kleide ich die Töpfchen mit dem Bacon aus, sodass die Enden über den Rand hängen. Dann fülle ich jeweils die Hälfte der Tomaten in die Töpfchen und schlage die Eier hinein. Nun bedecke ich alles mit den überlappenden Speck-Enden und stelle die kleinen Kasserollen ohne Deckel für ungefähr 25 Minuten in den auf 220° C vorgeheizten Backofen.

Biggy merkt nicht, dass es so lange dauert, denn sie ist so in die neuesten Mode-Trends vertieft, dass sie die Zeit um sich vergisst.

"Essen ist fertig!" rufe ich nach einer Weile ... 

Mittwoch, 25. Juni 2014

Frikadellen mit Guacamole, Bacon und Tomaten

Mir hängt der Magen bis zu den Knien und als ich die letzte Mittagsmahlzeit des Tages anrichte, überlege ich, was ich selber mal essen könnte. Vernünftigerweise sollten es 'left overs' sein ... und schmecken sollte es natürlich auch. Aber was erwarte ich an meinem Imbiss ... hüstel ... 

Ich öffne den Kühlschrank, scanne den Inhalt mit geübtem Blick und entdecke einige Zutaten, mit denen sich etwas anfangen lässt und so lege ich mir eine Frikadelle von gestern zurecht, dazu 

3 Scheiben Bacon
2 Tomaten
1 Avocado
1 Knoblauchzehe
Zitronensaft
Olivenöl

Salz und Pfeffer stehen im Regal. 

Ich stelle eine Pfanne ohne Fett auf den Herd, drehe den Schalter auf knapp heiß und lege den Bacon hinein. Dann halbiere und entsteine ich die Avocado, löffle das Fruchtfleisch in meinen Standmixer und träufle etwas Zitronensaft darüber. Nun gebe eine geschälte Knoblauchzehe, etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer dazu, verschließe den Mixer und schalte ihn an.

Der Bacon ist fertig und so nehme ich ihn aus der Pfanne, lasse die Scheiben aber auf einem Teller an einer warmen Ecke des Herdes stehen, damit der Speck nicht auskühlt. Dann schneide ich die gewaschenen Tomaten in halbe Scheiben und lege diese auf einen Teller. Ich salze die Tomaten und besprenkle sie mit Olivenöl, dann lege ich das Pattie darauf. Nun noch schnell die Guacamole und den Bacon auf dem Teller anrichten und ... Guten Appetit ... also dachte ich!

"UUUUUUUUSCHIIIIIIIIII!", höre ich Biggy von weitem rufen, "noch nicht zumachen, ich hab' noch Huuuuuuuunger ....!" Seufzend lege ich eine zweites Besteck auf den Tisch ...

Dienstag, 24. Juni 2014

Hamburger - Low Carb (mit Tomaten) Proto Typ

Gerade, als ich mit damit anfangen wollte, die Friteuse sauber zu machen, klingelt das Telefon in meinem Imbisswagen. Ich nehme den Hörer ab und lausche der schwachen Stimme von Biggy, die trotz ihrer 'Unterzuckerung' ohne Umschweife zur Sache kommt: "Duuuuuuu_huuuuu Uschi," haucht sie theatralisch in den Hörer, "nur ich würde so gerne mal Mäkkes! Aber geht ja leider nicht." Und mit scheinbar letzter Kraft schiebt sie hinterher: "Könntest du nicht vielleicht?" 

Nun, nachdem ich mich bereit erklärt habe, ihr etwas zu zaubern, was mit ihrem Diätplan vereinbar ist, kommt Leben in die blonde Sekretärin: "Aber mit Tomate! Rote Kohlenhydrate darf ich! Jaaaaaa_haaaaaa, darf ich und außerdem, ich hab' schon 95 Gramm abgenommen!" Und ehe ich etwas erwidern kann bringt sie das Killer-Argument pro Tomaten: "Und noch außerdemerer müssen wir unsere Jungs in Brasilien unterstützen. Damit die in's Achtelfinale kommen!" 
"Mit Tomaten", schmunzele ich und verabschiede mich von ihr.

Während ich die Fritte sauber mache, überlege ich, wie ich die Buns für die Hamburger ersetzen kann und ich erinenre mich, dass ich mit 15 oder 16 Jahren mal "Salat-Burger" aus einer Zeitschrift gemacht habe. Schon damals zielte diese Diät darauf ab, Kohlenhydrate zu vermeiden, allerdings auch Fette und so wurde dieser Burger mit Tatar gemacht. Aber schmeckte nicht. 

Aber gut, trotzdem will ich es so in der Art versuchen und ich steige hinab in die Kattakomben meines Imbisswagens, um die benötigten Zutaten zu holen und wie immer stelle ich mir meinen Korb bereit, um alles besser nach oben transportieren zu können. 

Für die Burger in haushaltskonformen Mengen, brauche ich:

500 g Rinderhackfleisch 500 g Hackfleisch halb und halb
1 kleine Zwiebel, feinst gewürfelt
2 Knoblauchzehen, feinst gewürfelt
2 Eier 1 Ei
Salz und Pfeffer

Butterschmalz zum Braten

einige Blätter geputzten, gewaschenen und trocken getupften Eisbergsalat Kopfsalat
Bacon in Scheiben, pro Burger 2
Tomate
Gewürzgurke
Gouda in Scheiben
Mayonnaise

Als ich alles nach oben gewuchtet habe, beginne ich damit, die Patties zuzubereiten. Dazu schäle und schneide ich die Zwiebel und den Knoblauch in feinste Würfel und gebe beides in eine große Schüssel. Dann schlage ich die beiden Eier auf und lasse das Innenleben in die Schüssel gleiten. Nun füge ich das Hackfleisch hinzu, ebenso etwas weniger als einen Teelöffel Salz und Pfeffer in nicht genannter Menge und als ich den Fleischteig knete, beschließe ich, beim nächsten Mal nur ein Ei zu nehmen, denn das Ganze ist eine recht glitschige Angelegenheit. Als alles ordentlich vermengt ist, wasche ich mir gründliche die Hände und stelle dann eine Pfanne auf den Herd, schalte diesen an und gebe einen Schnatz Butterschmalz in das Kochgeschirr. Nachdem das Fett heiß ist, forme ich aus der Fleischmasse vier flache Frikadellen, gebe diese in die Pfanne und schalte den Herd - mit neuerlich gewaschenen Händen - auf eine mittlere Stufe. Nach der Hälfte der Garzeit wende ich die Patties einmal und lege den Bacon nebenan auf den Bratwurst-Rost. Da ich den Speck nicht zu kross haben möchte, lasse ich ihn nur kurz angehen, wende ihn einmal und nehme ihn dann herunter.

Nun widme ich mich dem Drumherum des Burgers. Die gewaschenen Tomaten und die Gewürzgurken schneide ich in dünne Scheiben und lege sie mit dem gebratenen Speck bereit. Ich setze ein großes, sauberes Kunststoffbrettchen in die dafür vorgesehene Aussparung auf meinem Arbeitsplatz, lege die Salatblätter überlappend und großflächig darauf und fange an, den Burger von oben nach unten abzuarbeiten. Auf die Salatblätter lege oder kleckse ich der Reihe nach:

- eine Scheibe Käse
- zwei Gurkenscheiben
- einen Klecks Mayonnaise
- eine Tomatenscheibe
- zwei Scheiben Bacon und
- ein Pattie

und schlage dann die Salatblätter, ähnlich einer Kohlroulade, um alles herum. Ok, hier hätte ich besser 'weicheren' Salat nehmen sollen und so notiere ich mir für das nächste Mal 'Kopfsalat'.

Just, in dem Moment, als ich den Burger auf einem Teller anrichten will, kommt Biggy um die Ecke gestöckelt und so schnell es ihre Stilettos erlauben, kommt sie auf den Imbiss zu geeilt.

"Teller kannst du dir sparen," sagt sie und lässt sich direkt das Brettchen geben ...

Okay, hierbei handelt es sich um einen Prototypen. Aber ich bleibe dran.

Sonntag, 22. Juni 2014

Sushi - Low Carb

"Moah, Uschi," knöttert Biggy missgestimmt, als sie an meinen Imbiss kommt, "nur ich hab' 20 Kilo zugenommen. Kannst du nicht mal eine Diät-Karte machen. So mit Sachen drauf, die schmecken und von denen ich ... äääh ... man auch satt wird?"
"Gute Idee", seufze ich und kneife mir verstohlen in mein eigenes Hüftgold, welches sich angesammelt hat, wie Müll in den Straßen von Bad Braeckeln, wenn die Entsorger streiken.
"Was stellst du dir denn so vor?", frage ich hoffnungsvoll und Biggy wedelt begeistert mit einer Zeitschrift. "Hier, guck mal," sagt sie und streckt mir das aufgeschlagene Heft entgegen. "ALLE machen jetzt so Low Carb mit ohne Kohlenhydrate!" Ich nehme die Zeitschrift entgegen und überfliege den Artikel. Mein Hirn beginnt zu arbeiten ... "Paleo, aha!" ...

"Heeeee, Uschi, ich hab' Hunger! Kannst du nicht gleich anfangen?" mault Biggy und ich lege das Magazin zur Seite. Eine Idee habe ich schon und so hole ich 

einige Blätter geputzten Eisbergsalat
ein paar Scheiben Räucherlachs und
Mayonnaise, gerne in der bevorzugten Geschmacksrichtung 

aus dem Kühlschrank.

Ich halbiere die geputzten und gewaschenen Salatblätter und lege zwei Hälften überlappend auf ein sauberes Schneidebrettchen, darauf eine Schicht Räucherlachs und kleckse einen Streifen Mayonnaise längs in die Mitte. Nun rolle ich alles eng auf, halbiere das Ganze und serviere Biggy ihr 'Low Carb Sushi'. Wohl mit Besteck, weil mir diese Röllekes noch etwas dick geraten sind. Gespannt warte ich auf eine Reaktion und als ich in Biggy's verzücktes Gesicht blicke, weiß ich, dass es ihr schmeckt.

Dienstag, 18. Februar 2014

Bad Braeckelner Beamtenstippe

"Moah", schmollt Biggy vor sich hin, "immer verliere ich beim Quizduell. Und nur, weil ich nicht wusste, was eine Berliner Sauce ist." "Naja, 'nur'", grinse ich in mich hinein, bin aber so rücksichtsvoll und behalte meine zugegebenermaßen bösen Gedanken für mich.

"Ach Biggy", sage ich stattdessen, "wenn es doch eine BERLINER Sauce ist und es vier Auswahlmöglichkeiten gibt, warum nimmst du dann nicht die Antwort, die irgendetwas mit 'Stippe' zu tun hat? Es ist doch so, man muss doch z. B. auch nicht unbedingt wissen, wofür David Beckham nicht geworben hat, es reicht, wenn man einfach "Whiskey" anklickt, denn ein Sportler KANN nicht für Alkohol werben."

"Meinst du?" schnieft Biggy hoffnungsvoll und widmet sich sofort wieder ihrer App, um ein neues Spiel zu starten. Und während sie auf den gegnerischen Spieler wartet, fragt sie mich, ob ich ihr nicht mal eine Beamtenstippe kochen könnte: "Denn die Weisheit, die man mit einem Löffel gegessen hat, kann man sich besser behalten, näää!?"

Ergeben mache ich mich an die Arbeit und während ich die benötigten Zutaten aus den Kattakomben meines Imbisswagens hole, passt Biggy auf meinen Laden auf.  

Ich nehme 

1 Pfund Rinderhackfleisch  

aus der Kühlkammer und begebe mich dann in den Trockenraum. Hier nehme ich 

1 Gemüsezwiebel und
8 - 10 mittelgroße Gewürzgurken.

 Außerdem brauche ich noch


1 TL Speisestärke,
250 ml Fleischbrühe
Bratfett und
Salz und Pfeffer, 

aber das habe ich oben im Wagen.

Für die Beilage nehme ich wohl noch einige Kartoffeln mit.

Zunächst stelle ich einen Topf auf den Herd, gebe etwas Bratfett hinein und erhitze es langsam bei einer mittleren Temperatur. Dann schäle ich die Zwiebel und schneide sie in feine Würfel. Ich gieße die Gurken ab und fange dabei den Sud auf. Nun halbiere ich die Gurken der Länge nach, schneide sie dann in Scheibchen und hacke mit einem großen Küchenmesser nochmal grob durch. 

Als das Bratfett heiß ist, gebe ich das mit Salz und Pfeffer gewürzte Hackfleisch in den Topf und brate es krümelig an. Dann füge ich die Zwiebelwürfel und das Gurkenhackerle hinzu, lasse es kurz mit angehen und kippe etwas von dem Gurkensud dazu. Hierbei achte ich darauf, dass kein Gurkengewürz mit in den Topf gelangt. Nun lasse ich alles für ca. fünf Minuten köcheln, gieße die Brühe an, lasse alles aufkochen, binde dann mit dem Mondamin ab und würze gegebenenfalls noch mit Salz und Pfeffer nach. 

Weil ich aber doch keine Lust hatte die Kartoffeln zu schälen und zu kochen, jubele ich Biggy einfach eine Portion Huzarensalade, eine Art Kartoffelsalat, unter. Allerdings glaube nicht, dass sie es merken wird, denn sie ist gerade mit der dringenden Frage beschäftigt, mit wem Johnny Depp nie liiert war. Nun noch eine Kelle von der Beamtenstippe dazu und Biggy ist wieder glücklich. 

Gut, ich weiß natürlich, dass eine echte 'Berliner Beamtenstippe' eigentlich aus Speck und Zwiebeln in einer Mehlschwitze besteht und es zu den Kartoffeln auch die Gewürzgurken als Beilage gibt, aber ich mag dieses Rezept lieber. Und, was soll ich sagen, mein Imbiss, mein Blog, meine Biggy.