Dienstag, 18. Februar 2014

Bad Braeckelner Beamtenstippe

"Moah", schmollt Biggy vor sich hin, "immer verliere ich beim Quizduell. Und nur, weil ich nicht wusste, was eine Berliner Sauce ist." "Naja, 'nur'", grinse ich in mich hinein, bin aber so rücksichtsvoll und behalte meine zugegebenermaßen bösen Gedanken für mich.

"Ach Biggy", sage ich stattdessen, "wenn es doch eine BERLINER Sauce ist und es vier Auswahlmöglichkeiten gibt, warum nimmst du dann nicht die Antwort, die irgendetwas mit 'Stippe' zu tun hat? Es ist doch so, man muss doch z. B. auch nicht unbedingt wissen, wofür David Beckham nicht geworben hat, es reicht, wenn man einfach "Whiskey" anklickt, denn ein Sportler KANN nicht für Alkohol werben."

"Meinst du?" schnieft Biggy hoffnungsvoll und widmet sich sofort wieder ihrer App, um ein neues Spiel zu starten. Und während sie auf den gegnerischen Spieler wartet, fragt sie mich, ob ich ihr nicht mal eine Beamtenstippe kochen könnte: "Denn die Weisheit, die man mit einem Löffel gegessen hat, kann man sich besser behalten, näää!?"

Ergeben mache ich mich an die Arbeit und während ich die benötigten Zutaten aus den Kattakomben meines Imbisswagens hole, passt Biggy auf meinen Laden auf.  

Ich nehme 

1 Pfund Rinderhackfleisch  

aus der Kühlkammer und begebe mich dann in den Trockenraum. Hier nehme ich 

1 Gemüsezwiebel und
8 - 10 mittelgroße Gewürzgurken.

 Außerdem brauche ich noch


1 TL Speisestärke,
250 ml Fleischbrühe
Bratfett und
Salz und Pfeffer, 

aber das habe ich oben im Wagen.

Für die Beilage nehme ich wohl noch einige Kartoffeln mit.

Zunächst stelle ich einen Topf auf den Herd, gebe etwas Bratfett hinein und erhitze es langsam bei einer mittleren Temperatur. Dann schäle ich die Zwiebel und schneide sie in feine Würfel. Ich gieße die Gurken ab und fange dabei den Sud auf. Nun halbiere ich die Gurken der Länge nach, schneide sie dann in Scheibchen und hacke mit einem großen Küchenmesser nochmal grob durch. 

Als das Bratfett heiß ist, gebe ich das mit Salz und Pfeffer gewürzte Hackfleisch in den Topf und brate es krümelig an. Dann füge ich die Zwiebelwürfel und das Gurkenhackerle hinzu, lasse es kurz mit angehen und kippe etwas von dem Gurkensud dazu. Hierbei achte ich darauf, dass kein Gurkengewürz mit in den Topf gelangt. Nun lasse ich alles für ca. fünf Minuten köcheln, gieße die Brühe an, lasse alles aufkochen, binde dann mit dem Mondamin ab und würze gegebenenfalls noch mit Salz und Pfeffer nach. 

Weil ich aber doch keine Lust hatte die Kartoffeln zu schälen und zu kochen, jubele ich Biggy einfach eine Portion Huzarensalade, eine Art Kartoffelsalat, unter. Allerdings glaube nicht, dass sie es merken wird, denn sie ist gerade mit der dringenden Frage beschäftigt, mit wem Johnny Depp nie liiert war. Nun noch eine Kelle von der Beamtenstippe dazu und Biggy ist wieder glücklich. 

Gut, ich weiß natürlich, dass eine echte 'Berliner Beamtenstippe' eigentlich aus Speck und Zwiebeln in einer Mehlschwitze besteht und es zu den Kartoffeln auch die Gewürzgurken als Beilage gibt, aber ich mag dieses Rezept lieber. Und, was soll ich sagen, mein Imbiss, mein Blog, meine Biggy.