Freitag, 9. Dezember 2016

Leftovers - Grillsalat

Eine diplomierte Frittenfachverkäuferin muss nicht nur gut kochen und backen können, sie muss außerdem noch gut haushalten und wirtschaften, denn sonst ist sie schneller pleite als die Bratwurst das 'Halleluja' anstimmen kann. Was bietet sich da also an, als von Zeit zu Zeit einen sogenannten 'leftover-day' einzulegen, an dem die köstlichsten Speisen aus Übriggebliebenem bereitet werden, Übriggeblieben natürlich nicht als Reste von Teller - falls des denn welche geben sollte, was ich empört zurück weise - sondern aus zu viel aufgelegten Bratwürsten, zum Beispiel. 

Eine noch bessere Zeit für Leftovers sind natürlich die Tage der Inventur, denn da fällt noch der entlegenste Winkel der Vorratskammer dem Zahlentakter zum Opfer und während ich so Bestand aufnehme und zähle, entdecke ich ein Glas mit entsteinten und geschnittenen schwarzen Oliven und ein Glas mit getrockneten Tomaten. Oliven? Getrocknete Tomaten? Ich martere mein Hirn. Da war doch was ... Oliven, getrocknete Tomaten ... und plötzlich fällt es mir wieder ein. 

Vor einiger Zeit lag ein lettisches Containerschiff am Kai und die Matrosen kamen öfter an den Imbiss und in's Gespräch. Gebrochen wohl, aber sehr interessant und so erfuhr ich unter anderem von Vecmāmiņas Sālati, der für einen Imbiss natürlich ein Geschenk der Götter ist, sozusagen. Gut, Vecmāmiņa scheint eher ein lettisches Großmütterchen mit griechischem Migrationshintergrund zu sein, denn der Salat besteht hauptsächlich aus Gyros, getrockneten Tomaten und Oliven. Nun gut, dann ist das eben so, da will ich mich jetzt nicht streiten.

Aber zurück zum Leftover-Tag, der sich natürlich auch durch eine gewissen Kreativität auszeichnet. Gyros habe ich nicht und so müssen ein paar gebratene Lammbratwürstchen herhalten, die ich noch übrig habe. Ich schneide diese also in Scheiben, angele einige getrocknete Tomaten aus dem Öl, in dem sie eingelegt sind und schneide diese in Streifchen. Ich schütte die Oliven ab und gebe alles in eine große Schüssel. Jetzt nur noch schnell ein Dressing aus Mayonnaise und Gurkensud angerührt, mit Salz, Chilliflocken und etwas Vanille abgeschmeckt und alles miteinander vermengen. Et voila ... köstlichster Grillsalat, den ich später, wenn das Mittagsgeschäft beginnt, mit frisch gebackenem Baguette servieren werde! 

Kommentare:

  1. Dein Imbiss ist mein absoluter Lieblings-Gourmet-Tempel der kleinen Schweinereien bei vollem Kaloriengehalt. Oh, ich liebe das. Bei dir wird man immer lecker satt und stets aufs Neue überrascht. Zweimal sogar: Am nächsten Morgen auf der Waage. Hmpff...

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    1. Oh, dass freut mich aber. Positive Kritik ist immer schön ... hast du mich schon bei "Restaurantkritik" bewertet?

      Ach ja, das mit der Waage ist so eine Sache ... *seufz* ... schlimme Sache ... *tief seufz* ...

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