Sonntag, 15. Januar 2017

Mariniertes Zwiebelgrillfleisch

Heute hat endlich der Winter Einzug in Bad Braeckeln an der Schlupe gehalten. Eine dichte, herrliche weiße Schneedecke liegt über der Hafenstadt, Zeit also, den Grill anzuwerfen und das Wintergrillen einzuläuten. Boah, ich freue mich ... aber zuerst einmal hole ich die Heizpilze aus den schier unerschöpflichen Katakomben meines Imbisswagens, denn meine Gäste sollen es schön muckelig warm haben. "Meine Güte, sind die schwer", stöhne ich, als ich den ersten Trümmer schnaufend die schmale, steile Treppe nach oben gewuchtet habe. Zwei mal noch ... Ich habe Glück, denn gerade schlendern zwei Hafenarbeiter den Weg entlang und erbarmen sich meiner. Schnell sind die Heizpilze aufgestellt und der Kaffee für meine beiden Helfer bereit. Wir halten noch ein kurzes Schwätzchen über dies und über das und über das Wetter und dann müssen wir auch schon wieder an die Arbeit. 

Für morgen plane ich das Angrillen, denn ich muss natürlich erst das Fleisch marinieren und über Nacht im Kühlschrank in den Kühlschrank stellen, damit es ordentlich durchgezogen ist. 

Ich schäle einen Haufen Zwiebeln, die ich dann halbiere und in Streifen schneide. Nun nehme ich eine große Edelstahlschüssel aus dem Regal, gebe geschmacksneutrales Öl - 2 Esslöffel für 4 Steaks - und ordentlich von der Balkan-Gewürzmischung hinein, die ich regelmäßig über meinen Gewürzhändler beziehe - das kann ruhig viel sein (und je nach Gusto auch eine andere Geschmacksrichtung), denn es soll eine weiche, nicht zu dicke Paste geben - außerdem Paprika und eventuell Salz und Pfeffer, um den Geschmack etwas abzurunden. Falls es aus Versehen doch zu würzig geworden ist, verlängert man das Ganze wieder mit etwas Öl. Ok, genaue Rezepte wären natürlich hilfreich, aber ich bin eine vielbeschäftigte und äußerst engagierte Frittenfachverkäuferin, aber kein Food-Blogger und ich koche aus der Lamäng, sozusagen und außerdem habe ich keine Zeit zum Wiegen und zum Messen. Man muss einfach mal probieren und sich auf seinen Geschmackssinn verlassen, dann klappt das schon.

Wie dem auch sei, gebe ich nun die Nackensteaks in die Marinade und reibe sie gründlich mit der Paste ein. Dann gebe ich die Hälfte der Zwiebeln in eine flache Form, lege die Steaks darauf und schichte die restlichen Zwiebeln darüber. Nun decke ich die Schale mit Folie ab und stelle sie bis morgen in den Kühlschrank. 

Jetzt kann ich mich auch mit den Vorbereitungen für das Tagesgeschäft beschäftigen, allerdings muss ich einen Zahn zulegen. Ich kontrolliere die Behälter mit den Pommes, die Saucen und fülle alles in frische Gefäße um. Dann schneide ich Zwiebel in feine Würfel für 'Pommes Spezial', ich schnibbele Salat, Tomaten, Käse und Schinken, koche Eier - eben alles, was so gebraucht wird, außerdem bereite ich alles für Jägersauce vor, denn diese geht zur Neige. 

Ach ja, das marinierte Zwiebelfleisch ... auch wenn ich das jetzt noch nicht wissen kann.



Mittwoch, 4. Januar 2017

Frau Currywurst liebt kein Obst

"5 am Tag", seufze ich und bekomme lange Zähne, denn jetzt ist Snack-Time und somit eine Portion Obst angesagt. Bäääh! Aber Moment, mir fällt gerade etwas ein. Ich laufe schnell in die Katakomben meines Imbiss-Wagens, da, wo die unerschöpflichen Vorräte für alle Eventualitäten lagern. Irgendwo müssten doch noch Wraps sein. Ich laufe die Regale ab und suche die leckeren Teigfladen, die ich noch von der letzten Mexiko-Woche übrig habe. Ach, da sind sie ja ... 

Ich legen einen Wrap auf einen Teller, gebe eine handvoll gemischten Salat darauf, eine kleingeschnittene Tomate und würze das Ganze mit etwas Salz und Pfeffer. 

"Kein Dressing?" mault Biggy, als sie ihre gefüllte Rolle entgegen nimmt und ich entgegne, dass es kein Dressing braucht und man Salat nicht ständig ertränken müsse, da er auch Eigengeschmackt hat. "Außerdem", so mein Killerargument, "spart das jede Menge Kalorien, die wir später noch verputzen können". Ok, das sieht sie ein ...


Montag, 2. Januar 2017

Nudeln mit Kräuterseitlingen und gekochtem Schinken

Entsetzt guckt Biggy auf ihre Hände und als sie sich weitestgehend aus ihrer Schockstarre gelöst hat, tut sie das einzig Logische in solch einer Situation: Sie greift zu ihrem Handy und wählt die Nummer ihrer Nagel-Stylistin. Also ich vermute wenigstens, dass am anderen Ende der Leitung das Nagelstudio ist, denn sie kräht ein panisches "SOS, Notfall" in den Hörer. Nachdem der Blitz-Termin vereinbart ist, ist sie erleichtert. Ok, sie ist ein wenig erleichtert, denn immerhin muss sie ihr Dasein noch eine halbe Stunde mit abgesplittertem Nagellack fristen. "Du, Uschi, ich muss los", sagt sie und trinkt schnell ihren Latte Macchiato aus. "Bis später und denk dran, ich bin auf Diät." 

Na super, neues Jahr, neue Vorsätze und das bedeutet bei Biggy, dass sie "auf Diät" ist - also eigentlich wie immer, aber Biggy scheint nicht glücklich, wenn sie nicht hin und wieder ihr Gewicht diskutieren kann. Meistens dann übrigens, wenn eine neue Flamme am Horizont aufgetaucht ist, oder der Jahreswechsel bevor steht oder gerade vollzogen ist."Was mit Nudeln!" ruft sie noch und dann sitzt sie auch schon in ihrem kleinen, roten Mazda und gibt Gas.

Wie dem auch sei, es ist also Diät angesagt, was aber nicht das Schlechteste ist, denn eigentlich möchte ich auch ein paar Kilo verlieren und da trifft es sich gut ... Weiterhin trifft es sich gut, dass die Mittagskarte für diese Woche noch nicht geschrieben ist und ich sie einfach an uns anpasse. Nun, und während ich überlege, was ich für heute mal auf die Karte setzen könnte und eigentlich keine rechte Idee habe, kommt Opa Hinnerksen mit einem Korb voll frischer, herrlich duftender Kräuterseitlinge vorbei, die er heute in aller Frühe gesammelt hat. Freudig begrüße ich ihn und nehme den Korb entgegen. Heißa, das Mittagessen ist gerettet. Kräuterseitlinge, einer meiner Lieblingspilze.

Nachdem Opa Hinnerksen einen Kaffee getrunken hat, verabschiedet er sich auch schon wieder, denn er hat nachher einen Termin beim 'Dokkta', wie er mir hinter vorgehaltener Hand anvertaut. Ich schätze mal, dass es sich um einen Termin beim Urologen handelt, warum sonst die vorgehaltene Hand, aber gut, die ältere Generation ist eben ein bisschen 'gschamig'. Grinsend werfe ich einen Blick auf die Uhr, wobei mir das Schmunzeln angesichts der fortgeschrittenen Zeit schlagartig vergeht. Jetzt aber schnell das Essen vorbereiten, ehe die Hafenarbeiter und die Angestellten aus dem Hafenkontor Pause haben. Oder Bigg, die ewig hungrige Raupe.

Als Beilage gibt es heute selbstgemachte Nudeln und so klöppele ich schnell  bereite ich liebevoll den Teig aus Mehl, Salz, Wasser und etwas Öl, den ich in Klarsichtfolie eingeschlagen für eine halbe Stunde zum Entspannen in den Kühlschrank lege. Die Zeit nutze ich, um die Pilze zu säubern und in mundgerechte Stücke zu schneiden, außerdem brauche ich Kochschinken und so lege ich den Schinken auf die Aufschnittmaschine und schneide dicke Scheiben davon ab. Hieraus schneide ich später Steifen. 

Der Nudelteig ist fertig. Ich stelle einen großen Topf mit Wasser auf den Herd und salze es, dann hole ich mein Backbrett, stäube es mit Mehl ein und rolle den Teig so dünn, wie möglich aus - wunderbar, wie elastisch er geworden ist - um in dann aufzurollen und in Streifen zu schneiden. Hihi, heute ist ein Tag der Streifen. Ich bin albern.


Das Wasser kocht und ich gebe ich Nudeln für ein paar Minuten in den Topf und als sie gar sind, hebe ich sie mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser und brate sie in einer Pfanne mit etwas Walnussöl leicht knusprig an. Das dauert ein Weilchen.



Nun stelle ich eine weiter Pfanne auf und als sie heiß ist, gebe ich einen Schuss Walnussöl hinein, brate die Kräuterseitlinge cross an und würze mit "Italian Allrounder", einem Gewürz, dass ich neulich auf dem Weihnachtsmarkt gekauft hatte. Aber man kann natürlich auch normales Pizzagewürz nehmen, oder was immer einem beliebt. Da gibt es keine Vorgaben. Nur Zucker oder sonstige süße Geschmacksrichtungen vielleicht nicht. Jetzt schneide ich den Schinken in Streifen und schwitze ihn kurz mit den Pilzen an. Der Schinken soll nicht anrösten, sondern nur eben warm werden. Die Nudeln sind fertig, Pilze und Schinken auch und so richte ich die ersten beiden Portionen des Tages an, denn ich sehe Holger und Manni, die beiden Polizisten der Wasserschutzpolizei, die gerade die "Erpel II" an der Mole vertäuen.